#Radikalisierung gegen #Polizeigewalt und #Repressionen in #Europa


Der Text ist schon ein wenig älter, genauer gesagt vom 15.07.2012, doch er hat nichts an Gültigkeit verloren, im Gegenteil.

Ich möchte hiermit offiziell meine Solidarität mit sämtlichen Menschen weltweit aussprechen, die aktuell unter den Repressionen des Staatsapparates leiden.

Niemand von uns hier im luxuriösen Deutschland kann sich vorstellen, wie es ist, der gesamten Existenz beraubt zu werden, zu hungern, alles zu verlieren, was man sich über Jahre aufgebaut hat. Wir jammern hier alle auf hohem Niveau.

Äußerungen wie: „Die Bewegung hat nur eine Chance, wenn wir friedlich bleiben.“ halte ich für sehr vermessen und engstirnig, angesichts der weltweiten Situation.

Ich bin damals, am 15. Oktober 2011, auf die Straße gegangen, weil die spanische Bewegung mich inspiriert hat. Diese Bewegung hatte zu der Zeit auch den Konsens in jedem Falle friedlich zu bleiben. Aber es ist doch sehr naiv, zu glauben, dass ein weltweites System, was über sämtliche Armeen und Waffen verfügt, sich gewaltfrei ihre Macht aus den Händen nehmen lässt.

Die Bewegung in Spanien hat sich radikalisiert, weil der Staat sein wahres Gesicht gezeigt hat. In Asturien werden 1000en Familien die Existenzen entzogen. Eine ganze Region wird wirtschaftlich brach gelegt. All diese Menschen stehen von heute auf morgen vor dem Nichts. Und ihre Reaktion darauf mag manchen vielleicht radikal vorkommen, allerdings glaube ich nicht, dass sich jemand hier in Deutschland vorstellen kann, unter welchem Druck sie stehen. Sie sind nämlich nicht diejenigen, von denen die Gewalt zuerst ausging. Sie wehren sich lediglich gegen die Abschaffung ihres Lebensraumes.

Und wenn ich Sätze höre wie: “ Ja, aber hier in Deutschland…“ frage ich mich ernsthaft, wie weit der Faschismus hier in unserem tollen Staat schon um sich gegriffen hat. Wir haben uns damals solidarisch erklärt mit jedem, der für Menschenrechte und Demokratie auf die Straße geht, unabhängig seiner Nationalität. Nun wird in fast jedem Land auf diesem Planeten mit brutalsten Polizei-Repressionen gegen all unsere Mitstreiter vorgegangen. Und jetzt berufen wir uns darauf, „hier in Deutschland“ zu sein???

Ich fordere niemanden auf, gewaltätig zu werden. Aber ich distanziere mich IN KEINEM FALLE von sämtlichen Menschen, die sich gegen immer stärker werdende Staatsgewalt zu wehren wissen.

Und ich möchte mal wissen, wie wir „hier in Deutschland“ reagieren, wenn auch bei uns die Sparmaßnahmen irgendwann greifen und uns sukzessive sämtliche Existenzgrundlagen entzogen werden. Wenn wir uns jetzt nicht solidarisch verhalten, dürfte es niemanden wundern, wenn wir irgendwann alleine dastehen. Aber das scheint wohl in der Geschichte von Deutschland vorprogrammiert zu sein.

Ich dachte erst, ich müsste mich schämen Deutsche zu sein, doch dann hab ich begriffen, dass es meine Entscheidung ist deutsch oder eben nicht deutsch zu sein.

Für mich existieren keine Grenzen!!! Greift ihr einen von uns an, greift ihr uns alle an!!!

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

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