#StopDesahucios #Gentrifizierung #WirBleibenAlle Zwangsräumungen Verhindern in #NRW


ZWANGSRÄUMUNGEN VERHINDERN – ÜBERALL UND IMMER!

Zwangsräumungen Verhindern

Wie viele von euch wissen, war ich über den ersten Mai einige Tage in Berlin. Bereits zuvor, auf der Cross-Solidarity-Tagung in Wuppertal lernte ich L. aus Berlin kennen, die im Bündnis „Zwangsräumungen Verhindern“ in Berlin aktiv ist. In Berlin trafen wir uns dann erneut und nach unserem Gespräch war mir klar, was mir vorher schon im Kopf herumschwebte.

Zwangsräumungen sind ein wichtiges Thema, welches in NRW noch viel zu wenig Beachtung findet. L. erzählte uns, dass sie in Berlin immer wieder Hilferufe aus dem ganzen Bundesgebiet erhalten, denen aber natürlich nicht nachgehen können. Wir boten ihr an diejenigen aus NRW an uns weiter zu leiten und unser möglichstes zu tun.

Gestern war es dann soweit. Ich erhielt eine E-Mail über das Berliner Bündnis von Michael P. aus Krefeld. Seine Geschichte schockierte mich zutiefst. Mit welchen Situationen Mieter*Innen konfrontiert werden war mir zwar durch einige Dokumentationen bereits klar. Aber eine persönliche Geschichte zu hören, bzw. zu lesen ist ja dann doch noch mal was anderes. Die politische Brisanz an dem Fall: Der Vermieter ist der ehemalige Polizeipräsident von Krefeld. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er gute Kontakte zu dem Richter hat, der die Zwangsräumung angeordnet hat. Hinzu kommt, dass er als Vermieter sich wohl einen Dreck um die Wohnungen und seine Mieter*Innen geschert hat. Das geht zumindest aus den Unterlagen von Michael P. hervor.

Und da ich selten zusehen kann, wenn Unrecht geschieht, tat ich das, was ich die letzten Monate schon so oft getan habe. Ich aktivierte die (Netz)aktivist*Innen. Zunächst einmal rief ich Michael P. an und fragte, ob er Interesse hätte, wenn wir Protest für ihn organisieren. Aus der E-Mail ging bereits hervor, dass er sich nicht fügen wird und auf seine Weise Widerstand leisten wird. Er freute sich über meinen Anruf, ich erfuhr noch einige Details und vereinbarte mit ihm, dass wir uns am Sonntag, den 12. Mai am Krefelder Hauptbahnhof treffen würden. Die Uhrzeit wollte ich dann noch mit einigen Leuten absprechen. Dann telefonierte ich herum und rief meine Freund*Innen an. Ich erzählte ihnen von der Idee Widerstand gegen Zwangsräumungen in NRW zu organisieren. Erfreulicherweise stieß mein Vorschlag auf positive Resonanz.

Ich erstellte ein Piratenpad: http://piratenpad.de/9KQURuCvVF auf dem ich die Informationen sortierte. Den Link dazu verschickte ich an alle, von denen ich glaubte, dass sie sich für das Thema interessieren könnten. Ich suchte im Netz nach Kontakten und fand Die Linke Krefeld mit einem Pressekontakt. Dann verschickte ich einige E-Mails an verschiedene Gruppen aus NRW und schon kurze Zeit später meldete sich M. von den Linken in Krefeld zurück. Er freute sich richtiggehend, dass sich mal jemand meldete. So würde er die Webseite mit seinem Pressekontakt ja wenigstens nicht umsonst betreiben. Außerdem organisierte er einen Rechtsbeistand und versprach zum Treffen am Sonntag zu kommen. Wir telefonierten dann auch noch und er sagte mir, er sei zwar zu alt um zu blockieren und sich von „den Jungs in Blau“ wegtragen zu lassen, aber seine Kontakte könne er mobilisieren und „mitgehen“ mit Michael P. zu Ämtern und co. würde er auch.

Ein Aktivist aus Bochum organisierte die E-Mail-Adresse ZwangsraeumungVerhindernNRW@hushmail.com. 

Ich modelte einen alten Twitter-Account um: @WirKommeAlleNRW

Gemeinsam verschickten wir einen eilig erstellten Text über die Situation von Michael P. über alle möglichen Verteiler und auf dem Pad konnte man gut sehen, dass immer wieder Leute sich unsere Arbeit ansahen und auch mitarbeiteten.

Über Twitter schrieb ich Leute aus NRW an und mobilisierte für unser Treffen am 12.05. in Krefeld.

Natürlich gab es auch Leute, die mir sagten, dass wir in der Kürze der Zeit nichts anständiges auf die Beine stellen könnten. Und natürlich haben diese Leute nicht Unrecht. Aber auf der anderen Seite muss man ja irgendwann mal irgendwo anfangen. Michael P. kann unsere Solidarität gut gebrauchen und selbst wenn wir die Zwangsräumung nicht verhindern werden, so hat er doch zumindest das Gefühl, nicht alleine zu sein. Hinzu kommt, dass die Kontakte vielleicht weiterhin zusammen arbeiten wollen, um weitere Zwangsräumungen zu verhindern. Und durch den Rechtsbeistand könnte es sogar sein, dass wir Zeit herausschinden können und doch noch etwas mehr Zeit für die Mobilisierung bekommen.

Hier der Aufruf für unser erstes Treffen am Sonntag, den 12.05. in Krefeld am Hauptbahnhof:

Zwangsräumungen verstoßen gegen die Menschenrechte und werden häufig ohne Öffentlichkeit und meist in einer rechtlichen Grauzone durchgeführt. Die betroffenen Personen wenden sich meistens entweder zu spät oder gar nicht an entsprechende Stellen, wo ihnen Hilfe angeboten wird. Oftmals kennen sie ihre Rechte nicht genau und sind psychisch und physisch sehr mitgenommen von der drohenden Zwangsräumung.
Wir, Aktivist*Innen aus NRW wollen Öffentlichkeit für diesen perversen Auswuchs des Kapitalismus schaffen und das Thema auf die politische Tagesordnung setzen. Gentrifizierung ist längst kein Problem von Großstädten mehr. Immer häufiger treten Mietenwahnsinn und Verdrängung auch in kleineren Städten auf, die ihre Innenstädte „säubern“ und aufhübschen wollen. Mieter*Innen, die oft jahrzehntelang in ihren Wohnungen gelebt haben und dort verwurzelt sind, müssen weichen. Wohin, das ist den Investoren egal. In Berlin hat sich bereits ein breites Bündnis gegründet, welches lautstarken Protest gegen diese Zwangsräumungen organisiert. Wir glauben, dass es Zeit wird, dass wir hier in NRW gemeinsam, gruppen- und städteübergreifend aktiv werden und uns mit den Betroffenen solidarisieren.
Vom Berliner Bündnis haben wir den Hilferuf von Michael P. erhalten, der in Krefeld von einer Zwangsräumung bedroht ist und bereits angekündigt hat, Widerstand zu leisten. Nun liegt es an uns ihn dabei zu unterstützen und Öffentlichkeit für diesen Fall zu schaffen.
Wir treffen uns zunächst einmal um uns kennen zu lernen und Michael P. zu fragen, wie wir ihn genau unterstützen können am Sonntag, den 12.05. um 13:00 Uhr am Krefelder Hauptbahnhof. Kommt zahlreich, mobilisiert eure Freund*Innen und verbreitet diesen Aufruf über alle eure Kanäle.
Solidarische Grüße
Das Bündnis „Zwangsräumungen Verhindern NRW“

Warum ich darüber blogge? Um euch zu zeigen, dass man weder Facebook braucht, um im Netz etwas auf die Beine zu stellen, noch man sich von irgendwelchen Umständen davon abhalten lassen sollte, Widerstand zu organisieren, wenn man das Gefühl hat, dass er nötig ist.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, aber noch schöner wäre es natürlich wenn ihr euch selbst mit engagiert. Auf dem Pad könnt ihr mitarbeiten. Wir brauchen noch Pressekontakte und Informationen über Zwangsräumungen im Allgemeinen. Außerdem könnt ihr natürlich über eure eigenen Kanäle diese Informationen verbreiten, wenn ihr mögt!

Solidarische Grüße, ★ Victory Viktoria ★

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

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