Vegetarische Brotaufstriche


Nachdem ich nun seit ca. drei Wochen Vegetarierin bin, habe ich festgestellt, dass man beim Essen und Einkaufen ein wenig umdenken muss. Ich lege sehr viel Wert auf ein abwechslungsreiches Frühstück und habe festgestellt, dass die meisten vegetarischen Brotaufstriche nicht bloß ein Heidengeld kosten, sondern meistens auch noch mit chemischen Zusätzen vollgepumpt sind. Das brachte mich dann auf die Idee selbst Brotauftriche herzustellen. Darüber möchte ich hier gern berichten.

Da ich eine Naschkatze bin, habe ich natürlich mit den süßen Aufstrichen angefangen.

Meine Zutaten für selbstgemachte, süße, vegetarische Brotaufstriche
Meine Zutaten für selbstgemachte, süße, vegetarische Brotaufstriche

Als Basis für alle Aufstriche hat mir ein Quark mit 40% Fett gedient. Ich habe das Glück und muss nicht auf meine Figur achten. Aber mit Sicherheit lassen sich alle Rezepte auch mit weniger fettreichem Quark zubereiten. Ich werde bei den Rezepten keine Mengenangaben dazu schreiben. Dies hat mehrere Gründe. Erstens habe ich heute ja bloß experimentiert, sprich sehr kleine Portionen zubereitet. Zweitens hat jede/r ein anderes Empfinden, was süß, salzig, scharf, usw. ist.

Grundsätzlich koche ich ungern nach Rezept. Wenn überhaupt hole ich mir Anregungen aus Rezepten, die ich dann kreativ in meine eigenen Gerichte mit einarbeite. Und ich kann jedem nur empfehlen das einmal auszuprobieren. Wer keine Vorgaben hat, kann auch seine eigene Kreativität kennen lernen. Leider habe ich zur Zeit weder einen Mixer noch einen Pürierstab. Solche Geräte können bei der Zubereitung sehr hilfreich sein.

1. Kokos-Traum

Quark, Milch, Kokosraspeln, gemahlene Mandeln, brauner Rohrzucker und Schokosauce
Quark, Milch, Kokosraspeln, gemahlene Mandeln, brauner Rohrzucker und Schokosauce

Quark, Milch, Kokosraspeln, gemahlene Mandeln, brauner Rohrzucker und Schokosauce so lange verrühren, bis alles eine cremige Masse ergibt. Wer es nicht so süß mag, lässt den Rohrzucker weg. Der Quark schluckt aber viel von der Süße der Kokosraspeln und der Schokoladensauce. 

Zubereitungszeit: noch nicht mal fünf Minuten…

2. Fruchtmix

Bananen u Trauben mit etwas Zitronensaft zermatschen, Quark, Milch, brauner Rohrzucker
Bananen und Trauben mit etwas Zitronensaft zermatschen, Quark, Milch, brauner Rohrzucker

Bananen und Trauben mit etwas Zitronensaft zermatschen, Quark, Milch und braunen Rohrzucker verrühren, bis eine cremige Masse entsteht.

Zubereitungszeit: Wer einen Mixer oder Pürierstab hat, spart etwas Zeit, ansonsten ca. 7 Minuten…

Bei den salzigen Aufstrichen habe ich nur frisches Gemüse verwendet. Oft hat das nämlich schon einen so starken Eigengeschmack, dass man kaum würzen muss.

Die Zutaten für die salzigen Brotaufstriche
Meine Zutaten für selbstgemachte, vegetarische salzige Brotaufstriche (Zwiebeln fehlen auf dem Bild)

3. Mozzarella-Tomate

Mozzarella, Tomate, Zwiebel, Rucola, sehr fein kleinhacken, Balsamicoessig, Salz, Pfeffer und Quark
Mozzarella, Tomate, Zwiebel, Rucola, sehr fein kleinhacken, Balsamicoessig, Salz, Pfeffer und Quark

Mozzarella, Tomate, Zwiebel und Rucola sehr fein kleinhacken, mit Quark verrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Mit Balsamicoessig, Salz und Pfeffer würzen. Die Konsistenz ist etwas zu wässrig, wahrscheinlich wegen dem Saft der Tomaten. Hierzu ist mir bis jetzt keine Lösung eingefallen. Es lässt sich aber ohne Probleme aufs Brot streichen. Nur beim Essen sollte man den Teller drunter halten. 😉

Zubereitungszeit: ca. 5 Minuten…

4. Mediterraner Brotaufstrich

Paprika, Champignon, Zwiebel in feine Stücke hacken und mit etwas Butter anbraten. Ständig rühren sonst brennts an.
Paprika, Champignon, Zwiebel in feine Stücke hacken und mit etwas Butter anbraten. Ständig rühren sonst brennts an.
Fetakäse mit den angebratenen Paprika, Champignons, Zwiebeln und Quark & Milch verrühren, Pfeffer, Balsamicoessig
Fetakäse mit den angebratenen Paprika, Champignons, Zwiebeln und Quark & Milch verrühren, Pfeffer, Balsamicoessig

Paprika, Champignons, Zwiebel in feine Stücke hacken und mit etwas Butter anbraten. Ständig rühren sonst brennt’s an. Auf einen Teller geben und für ein paar Minuten in den Kühlschrank zum abkühlen stellen. In der Zeit Fetakäse kleinschneiden. Anschließend alles mit Quark und einem Schuss Milch verrühren und mit Pfeffer und Balsamicoessig würzen.

Zubereitungszeit: ca. 15. Minuten…

5. Möhren-Durcheinander

weichgekochte Möhren, Tomaten und Zwiebeln kleinhacken und Quark verrühren, bißchen Milch, Salz, Pfeffer
weichgekochte Möhren, Tomaten und Zwiebeln kleinhacken und Quark verrühren, bißchen Milch, Salz, Pfeffer

Möhren weichkochen, abkühlen lassen und mit einer Gabel zermatschen. Tomaten und Zwiebeln kleinhacken. Alles mit Quark und einem Schuss Milch verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten…

Mein abschließendes Urteil: Nie wieder esse ich fertigen Brotaufstrich. Der Geschmack ist um ein Vielfaches besser, als alles was man im Supermarkt kaufen kann und der Zeitaufwand ist relativ gering. Quark lässt sich übrigens einfrieren. Wer also größere Mengen zubereiten möchte, kann diese portionsweise ins Tiefkühlfach packen. Beim Auftauen ist zu beachten: Langsam auftauen, also vom Gefrierfach einfach in den Kühlschrank packen und warten. Wenn der Quark aufgetaut ist ordentlich rühren und gegebenenfalls einen kleinen Schuss Sahne hineingeben. Wundert euch nicht, wenn der Quark komisch aussieht. Während des Frierungsprozess spalten sich die Wassermoleküle von dem Quark ab. Er sieht also wahrscheinlich etwas krümelig aus, wenn ihr ihn aufgetaut habt. Durch Rühren und eventueller Hinzugabe von Sahne lässt sich dieses Problem aber leicht lösen und der Quark schmeckt genauso wie frisch.

Guten Appetit…

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

3 Kommentare zu „Vegetarische Brotaufstriche“

  1. Vielen Dank für die tollen Tipps, liebe Bille! Du hast natürlich vollkommen Recht mit dem was du schreibst. Aber leider lässt sich nicht immer alles sofort umsetzen. Da der „Schrittchen für Schrittchen“-Weg sich für mich als der wirkungsvollste herausgestellt hat, werde ich also nun Stück für Stück versuchen, deine Vorschläge umzusetzen. Manches scheitert allerdings schon schlichtweg an der mangelnden Küchenausstattung. Ohne Ofen, kein Brot backen… Ohne Pürierstab kein Rettich pürieren, usw.. 🙂
    Was ich allerdings toll fände wäre, wenn du dein bisher gesammeltes Wissen anderen zur Verfügung stellen würdest. So ein Blog ist z.B. wenig Arbeit und schnell erstellt. Dort könntest du alle deine Rezepte und Ideen veröffentlichen und sie damit anderen zugänglich machen. 🙂
    Liebe Grüße nach Griechenland…

    1. 🙂 ja vicky, die kleinen schritte sind die besten und auch die nachhaltigsten weil man sich so selbst genug zeit lässt beim sammeln seiner erfahrungen !! .. die gefallen mir auch am besten – praktizier das ja ebenso !!

      den rettich kannste auch mit einer handreibe „klein“ bekommen 🙂 kein ding .. und der rené soll dich halt mal mit so einem kleinen tischbackofen beglücken grins .. oder brotbackautomat ! ..

      mit dem blog- mal schauen .. wenn dann wird es eine webseite geben – mehr dazu schreib ich dir mal per mail 😉 ..

      retourgrüsse mit sonnenschein (hoffe der kommt bei euch endlich mal an !! )

  2. lecker 🙂
    schaff dir einen garten an vicky, oder die möglichkeit ein kleines stück feld von einem bauern zu bewirtschaften (wird immer öfter von bauern angeboten in deutschland!), damit du weisst, was du für ein gemüse auf deinem teller hast ! .. ich finds immer super wenn veganer/innen mir erzählen, sie leben vegan und sich dann aber keinerlei gedanken machen über die genmanipulierte gemüse“scheisse“, die sie auf dem teller haben 🙂 .. mein lieblingsgärtner hier sagt immer : „ihr müsst wissen was ihr esst und was es für auswirkungen auf euren körper hat ! „.. recht hat er 🙂

    versuch so viel wie möglich von den zutaten für deinen brotaufstrich selbst zu machen .. guck mal ob ihr gemeindewiesen mit obstbäumen habt – wenn ja, kannst du dort problemlos das obst sammeln und daraus säfte und marmelade machen .. in tauschbörsen (da gibts ja mitlerweile echt viele) wird auch schon mal überschuss aus dem eigenen garten an obst und gemüse angeboten – hab’s aber auch schon bei foodsharing gesehen und sogar bei ebay-kleinanzeigen (kostenlos für selbstabholer) ! .. oder vielleicht gibt es ja bei euch im umfeld eine „kräuterfrau“ – guck doch mal ..als ich noch in deutschland lebte, hatte ich eine solche nicht weit von mir entfernt.. dort konnte ich durch mitarbeit in ihrem garten oder beim ernten mir meinen anteil am gemüse/obst/kräuter „erarbeiten“ – es war jedes mal ein super tauschgeschäft (arbeit die spass machte gegen gesundes essen) inklusive haufenweise wissensbereicherung 😉 ..

    probier mal anstatt quark einen gehaltvollen yoghurt ohne geschmack als basis – hier gibts die in so kleinen 1kg-eimerchen .. ich persönlich finde, mit yoghurt hast du mehr eigengeschmack der zutaten als mit quark 🙂 ..
    ich hatte jetzt rettich im garten – ein dipp daraus :
    1-2 rettiche (je nach grösse, meine waren nicht so riesig) , yoghurt, schnittlauch, petersilie, 1 zwiebel, 2 zehen knoblauch, bisschen peffer/salz und 2 EL olivenöl .. rettich roh pürrieren, zutaten drunter, halbe stunde ziehen lassen, essen- lecker !! .. kannste auch super zu kartoffeln essen oder als dipp zum grillen (jaaaaaa ich bin keine veganerin !! ..esse nach wie vor so 1x im monat fleisch und auch fisch !)

    aber aubergine auf dem grill ist auch ein hit 🙂 .. brauchst du eine wirklich dicke aubergine (mit kleinen funktioniert das nicht) .. die aubergine als ganze frucht langsam auf dem grill garen (das dauert gut mindestens 20 minuten) .. dann die aubergine vorsichtig halbieren, die hälfte des gegarten „innenlebens“ heraus nehmen- so dass dir von den 2 hälften der aubergine ausgehölte schälchen übrig bleiben ! .. den weichen aubergineninhalt mit ziegenkäse, kräutern und knoblauch mischen und wieder zurück auf den grill ..solange drauf liegen lassen, bis der käse schöööööööööön matisch ist , dann essen !! .. wird dir die schuhe ausziehn, so lecker ist das grins ..

    und back dein brot selbst 🙂 ! am ende wirst du das brot vom bäcker gar nicht mehr essen wollen !! ..
    und so könnt ich jetzt grad weiter erzählen über tee’s, wildkräuter, obst und gemüse .. kräuter /pflanzen überhaupt und deren heilwirkungen! .. wenn wir wirklich wissen und anfangen zu begreifen WAS wir essen, stellt das so einiges auf den kopf 😉 ..
    viel spass beim entdecken !!! :*

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