#Kobane darf nicht fallen – Kampf um Utopiastadt


Kobane ist einer der wenigen Orte auf dieser Welt, in denen das worüber so viele Linke in der Theorie gerne reden, tatsächlich passiert. Dort herrscht ein alternatives Gesellschaftsmodell, welches von der Bevölkerung gemeinsam gestaltet wird. Es gibt Geschlechtergerechtigkeit, Basis-Demokratie und Selbstorganisation!
Die IS versucht seit Mitte September die strategisch wichtige Stadt an der türkischen Grenze einzunehmen. Weder von türkischer Seite aus, noch von sonst wo, kommt Hilfe für die Widerständigen, größtenteils Kurd*Innen, Das Gendern ist in diesem Falle besonders wichtig, da viele Frauen gegen die IS kämpfen, sich die letzten Kugeln für den Selbstmord aufheben, um nicht in die Hände der Terrorist*Innen zu fallen und von ihnen vergewaltigt zu werden. Seit einigen Tagen unterstützt die USA den Kampf um Kobane aus der Luft, allerdings mehr aus Show, denn aus wirklicher Hilfe. Die wenigen Luftangriffe reichen nicht aus, um die IS wirklich zurück zu schlagen. Die Kämpfe finden seit gestern später Abend teilweise heftig innerhalb der Stadt statt. Falls die IS Kobane einnimmt, ist ein Genozid höchst wahrscheinlich. Die Terrorist*Innen haben bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie die Bevölkerung von Kobane hinrichten werden. Auf beiden Seiten gibt es zahlreiche Tote und Verletzte. Etwa 5000 Kurd*Innen verteidigen zur Zeit quasi alleine, mit leichtem Geschütz, die Utopie Kobane vor den mit allem neumodischen Kriegsgerät ausgerüsteten Terrorist*Innen.
Die offizielle „Anti-IS-Koalition“ hat bis jetzt außer Gerede nichts auf die Beine gestellt. Die Welt sieht zu, wie Kobane fällt, die Politiker*Innen schauen weg und was machen die Kurd*Innen außerhalb von Kobane?

Sie unterstützen ihre Genoss*Innen nach allen Kräften! Überall in Europa finden zur Zeit Demonstrationen, Mahnwachen, Hungerstreiks und Stürmungen von Parlamenten statt, zuletzt das Europäische Parlament in Brüssel, das von ca. 150 – 200 Kurd*Innen friedlich besetzt wurde.

In der Türkei entsteht zur Zeit so etwas wie ein Volksaufstand, an dem sich auch viele Nicht-Kurd*Innen beteiligen. Es finden riesige Demonstrationen statt, aber auch zahlreiche Attentate auf AKP-Gebäude und viele andere „Unterstützer-Orte“ der IS. Die Situation in Kobane ist also mehr als nur der Krieg um eine Stadt.

ICH APPELLIERE AN ALLE MENSCHEN, DENEN DIE MENSCHENRECHTE EIN WENIG BEDEUTEN, SICH DEM WIDERSTAND IN KOBANE ANZUSCHLIESSEN! EGAL AUF WELCHE WEISE…

Teilt Informationen über die aktuellen Proteste in sozialen Netzwerken, sprecht mit euren Nachbar*Innen, Freund*Innen, Arbeitskolleg*Innen und eurer Familie, über das was in Kobane passiert. Schaut bei den zahlreichen Veranstaltungen die überall stattfinden vorbei. Vernetzt euch mit aktiven kurdischen Gruppen in eurer Stadt, schreibt Leserbriefe an die Medien und die Politiker*Innen, übt auf allen Ebenen Druck aus.

KOBANE DARF NICHT FALLEN!

Termine für Solis für Kobane in Deutschland (fortlaufend aktualisiert, FB-Link)

PS: Dieser Text war eigentlich nur als Facebook-Status gedacht, daher ist er recht kurz und oberflächlich. Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen Zeit finden werde, detaillierter über Kobane zu schreiben. Gerade fehlt mir diese leider. Ich habe ihn trotzdem hier veröffentlicht, da ich es für wichtig halte, so viel wie möglich über die aktuelle Situation in Kobane zu verbreiten, auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen!

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

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