Lebenszeichen!!!


Eigentlich lebt so ein Blog ja davon, dass regelmäßig Einträge erscheinen. Leider bin ich diesbezüglich nicht ganz so diszipliniert.

Die meisten Demos auf denen ich in den letzten Monaten war, hätten wohl einen Demo-Bericht verdient, aber so oft fehlt einfach die Zeit und die Muse. Nun allerdings haben sich in den vergangenen Monaten entscheidene Dinge in meinem Leben verändert, die sich auch auf mein politisches Engagement auswirken. Nach langen Überlegungen habe ich mich nun dazu entschieden, euch hier ein wenig zu erklären, was zur Zeit bei mir passiert.

Mein über alles geliebter Mann und ich wollen so schnell wie möglich nach Spanien auswandern. Die Entscheidung dafür haben wir schon vor einigen Monaten getroffen, sie basiert auf vielen verschiedenen Gründen, von denen ich zumindest einige hier näher erläutern werde. Auswandern hört sich natürlich erst mal toll an, ist aber ein ziemlicher Haufen Arbeit und wir stehen noch ganz am Anfang. Wie schon eingangs erwähnt, fehlt mir eigentlich für viel zu viele Dinge die Zeit. Da die Vorbereitung des Auswanderns nun einen weiteren Teil meiner Zeit schluckt und ich mit 30 nun auch anfange zu merken, wo meine körperlichen Grenzen liegen, musste ich also Prioritäten setzen. Ich habe meine politischen Aktivitäten auf ein Minimum eingeschränkt, schweren Herzens. Das bedeutet übrigens nicht, dass sich meine politische Meinung irgendwie geändert hat. Ich hasse den Kapitalismus und die Nazis noch genauso sehr wie früher.

Die Gründe für unsere Entscheidung sind so vielfältig, dass ich gar nicht genau weiß mit welchem ich anfangen soll. Die Reihenfolge sagt übrigens nichts über die Wichtigkeit des Grundes aus.

1. Gesundheit

Nachdem mein Mann vor ein paar Monaten sehr krank geworden ist und sich nur sehr langsam wieder erholt, glauben wir beide, dass es seiner Gesundheit sehr zuträglich wäre, jeden Tag Meeresluft atmen zu können und dem Körper nicht alle halbe Jahre heftigen Temperaturschwankungen auszusetzen.

2. Klima

Ich bin ein Frierpitter. Bei 15 Grad trage ich Schal und Mütze. Genau wie mein Mann fühle ich mich in wärmeren Gefilden einfach wohler. Außerdem habe ich in den letzten Jahren eine zunehmende Wetterfühligkeit bei mir festgestellt. Viel Regen, wenig Sonne und Dunkelheit machen mir müde, depressiv und launisch.

3. Lebensqualität

Die Spanier*Innen wissen wie man auch mit wenig Geld das Leben genießt. Die Einstellung ist einfach positiver. Außerdem hat der Neoliberalismus es in Spanien nicht geschafft, die soziale Gesellschaft zu zerstören. Ideale wie Solidarität, Menschlichkeit, Zusammenhalt und Herzlichkeit sind dort noch etwas wert.

4. Familie

Der Stiefvater meines Mannes lebt in Andalusien, seine Mutter hat dort ihre letzten Jahre verbracht. Zumindest mein Mann hat also familiäre Wurzeln dort.

5. Freiheit

Natürlich hat die Freiheit überall in Europa abgenommen, natürlich haben wir überall in Europa gigantische Überwachungs- und Polizeiapparate. Nichts desto trotz ist der Staat in Spanien weniger allmächtig als hier in Deutschland. Außerdem ist Spanien viel dünner besiedelt als Kaltland. Dementsprechend schnell ist man in der freien Natur, ohne Zäune und Grenzen.

6. Politisches Bewusstsein

Die Spanier*Innen sind viel politischer als wir hier in Deutschland. Und in den letzten Umfragen liegt Podemos, die linke Partei, die aus 15M hervorgegangen ist, an erster Stelle. Einige Kürzungs-Gesetze, die die Schwester der CDU, die in Spanien an der Macht ist, durchsetzen wollte, mussten wieder gekippt werden. Es gab zu viele Proteste dagegen. Durch die Krise sind in Spanien viele Menschen politisiert worden. Hinzu kommt, dass die Franco-Diktatur noch nicht so lange her ist wie Hitler-Deutschland. Das Bewusstsein ist also ein ganz anderes. Hinzu kommt, dass mir die Entwicklung in Deutschland solche Angst macht, dass es letzten Endes auch eine Flucht ist. Wenn die AfD in 3 Jahren auf Bundesebene mit der CDU koaliert und diese rechte Koalition dann ein Antifa-Verbot erlässt, sind wir schneller weg von der Bildfläche, als wir gucken können. Gerade weil sowohl mein Mann als auch ich, sehr aktiv sind und aus unserer linksradikalen Meinung keinen Hehl machen.

7. Keine besorgten Nazi-Bürger*Innen mehr

Klar, auch in Spanien gibt’s Faschos, jede Menge sogar. Der große Unterschied zwischen dort und Kaltland ist der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit ihnen. Wird hier entweder mitmarschiert oder immerhin zustimmend aus dem Fenster genickt, oder am Ende gar einfach ignoriert, weil die neuen Klamotten von H&M viel interessanter sind, als Politik, gibt es in Spanien bei der Gesellschaft eine ziemlich antifaschistische Haltung. Das mag vielleicht auch damit zusammen hängen, dass Spanien vom Tourismus lebt, also mit Weltoffenheit sein Geld verdient. Der erstarkende Faschismus überall in Europa macht auch vor Spanien keinen Halt,der Unterschied liegt darin, wie eine Bevölkerung auf so etwas reagiert.

Es gibt noch viel mehr Gründe, aber ich denke diese Liste gibt schon mal einen ganz guten Überblick. Nun steht natürlich als allererstes Spanisch lernen an. Nachdem wir uns nach unserem letzten Urlaub für Andalusien entschieden haben, schauen wir uns in einer Woche noch für fast vier Wochen Teneriffa und La Gomera an. Da eine Freundin von uns zur Zeit auf der letztgenannten Insel wohnt, war das für uns die Gelegenheit die Hippie-Insel näher kennen zu lernen. Dort werde ich meine ersten Spanisch-Kenntnisse hoffentlich anwenden können. Nachdem wir schnell festgestellt haben, dass weder der VHS-Kurs, der einmal wöchentlich an einem festen Termin stattfindet, aufgrund unserer wechselnden Dienstpläne nichts für uns ist, als auch ein/e Privatlehrer*In zu teuer ist, haben wir uns von Langenscheidt ein Paket zum Spanisch lernen besorgt. Außerdem haben wir noch verschiedene Apps zum Vokabel-Lernen auf den Smartphones. Es klappt tatsächlich ganz gut,auch wenn wir noch nicht konsequent genug jeden Tag ein wenig tun.

Nächsten Winter werden wir dann für 3 Monate nach Andalusien gehen, natürlich mit Kater Luca und schon mal versuchen ein bißchen was aufzubauen dort. Ideen dort Geld zu verdienen haben wir viele, die ich im nächsten Blogpost ausführen möchte. Hinzu kommt, dass sowohl mein Mann als auch ich in unseren eigentlichen Berufen in Spanien weiterarbeiten könnten. Sowohl Erzieher, als auch Kellnerinnen werden dort gebraucht. Und bevor ihr alle fragt, was man denn dort verdient! Natürlich verdient man dort weniger als hier, aber dafür sind die Lebenshaltungskosten auch geringer. Der Stiefvater meines Mannes sagte, dass für denselben Lebensstandard wie in Deutschland man in Spanien ca. 30% weniger Geld zahlt. Außerdem hab ich mir sagen lassen, man braucht gar nicht so viel Geld zum Glücklichsein! 😉

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