#Teneriffa – Die Entscheidung ist gefallen!


Wie bereits in meinem letzten Post erwähnt, planen wir unsere Auswanderung nach Spanien. Doch die knapp 4 Wochen auf La Gomera und Teneriffa haben unsere Entscheidung in Bezug auf die Region geändert. Statt Andalusien wollen wir nun auf Teneriffa unser Glück aufbauen. Eigentlich hatte ich ja versprochen in diesem Artikel unsere Ideen für einen Finanzplan zu erläutern, doch das muss noch ein wenig warten. Außer meinen privaten Gedanken werde ich hier nach und nach auch ein Reisetagebuch entstehen lassen, der unseren Urlaub noch einmal detailreicher beschreiben wird. Ebenfalls in Planung ist ein Blog, der unser Vorhaben dokumentiert und Einblick in unser Privatleben gibt. Die Gründe dafür gehören in den Post „Finanzen“, daher gibt’s an dieser Stelle keine weiteren Informationen.

Doch bleiben wir beim eigentlichen Thema…

Warum Teneriffa?

Eigentlich waren mein Mann und ich uns ganz sicher nicht auf einer Insel wohnen zu wollen. Eigentlich… Das war bevor wir die Herzlichkeit der „Canarias“, der Bewohner*Innen der Kanarischen Inseln, kennenlernten und ihre facettenreichen Inseln nicht live erlebt hatten.

Die Gründe gegen eine Insel sind seltsamerweise jetzt teilweise ins Gegenteil verkehrt worden. Die meisten Inseln sind klein. Wir dachten wir würden uns eingesperrt fühlen und ich gebe offen zu: La Gomera wäre mir deutlich zu klein und zu dünn besiedelt, um für immer dort zu wohnen. Die Größe und Besiedelung von Teneriffa allerdings ist nahezu perfekt für unsere Wünsche und Ideen. Man ist nie weit vom Meer entfernt, ein riesiger Vorteil, bedenkt man wie verrückt René und ich danach sind.

Teneriffa ist eine von 6 Kanarischen Inseln.

kanaren_map

Quelle: http://www.astrosoft.de/kanarische_inseln/kanaren_map.jpg

Die Fähre ist für Bewohner*Innen der Kanarischen Inseln deutlich günstiger, als für Tourist*Innen. Hat man also Teneriffa irgendwann einmal leid, braucht man nicht lange bis nach Gran Canaria.

Das Klima auf den Kanaren ist eines der gesündesten auf dieser Welt. Es ist ganzjährig warm, trocken und sonnig zwischen 20 und 30 Grad. Außerdem ist die Luft dort viel sauberer. Mein Mann musste nicht einmal sein Asthmaspray benutzen, während wir dort waren.

Durch geringere Steuern auf den Kanaren ist die Armut dort viel geringer als auf dem Festland. Auch wenn dies in Statistiken anders aussieht, geht es den Menschen auf den Inseln im Schnitt deutlich besser, als auf dem Festland. Es gibt, von den Touristen-Vierteln einmal abgesehen, kaum Häuser mit mehr als zwei Etagen. Die meisten Menschen wohnen in eigenen Häusern, die zwar winzig sind, aber eh nur zum Schlafen genutzt werden. Im Garten wird häufig auch gekocht, über der Küchenzeile ist dann nur eine Art Vordach. Außerdem gibt es in jedem noch so kleinen Dorf Plätze an denen man sich trifft und gemeinsam den Tag verbringt. Es ist ein einfaches Leben, wie mir oft schien, aber die Menschen dort machen einen sehr glücklichen Eindruck.

Durch das ganzjährig warme Klima sind die Menschen es gewohnt immer draußen zu sein und draußen trifft man Fremde. Die Angstmacherei der Medien vor bösen, terroristischen Fremden wirkt dort einfach nicht, weil die Menschen es besser wissen. Sie sind jeden Tag mit Fremden zusammen auf den Plätzen und leben als Gemeinschaft. Wir fühlten uns dort wann immer wir in ein Restaurant oder Café kamen wie bei jemandem zu Hause. Versucht man auch nur in winzigen Brocken ein wenig Spanisch zu reden, öffnen sie dir nicht nur die Tür in ihren Laden, sondern auch eine in ihr Herz. Ich kenne die Offenherzigkeit und Wärme der Spanier*Innen schon aus anderen Urlauben, aber die „Canarias“ haben dem noch eine Krone aufgesetzt. Ich habe dort so viele wunderbare Menschen getroffen, die uns bei allem so herzlich und offen geholfen haben, uns bewirtet haben, uns Spanisch beigebracht haben, usw., dass ich mich jetzt schon dort mehr zu Hause fühle, als ich es jemals in Deutschland getan hätte. Ich werde dafür im Reisetagebuch etliche Beispiele genau beschreiben, damit ihr einen Eindruck bekommt, was ich meine. Denn ich glaube, wer dort noch nicht war, kann sich gar nicht vorstellen, wovon ich rede.

Über Teneriffa wird gern schlecht gesprochen, wenn man sich über die Kanaren unterhält. Denn der Tourismus hat einige Gebiete dort komplett zerstört. Playa de las Americás und Fanabé wirken wie Disneyland. Alles Neubau, alles auf den Tourismus und Konsum ausgelegt, spanische Cafés und Läden findet man dort fast nicht, genauso wenig wie die wunderschönen Häuser im klassischen kanarischen Stil. Auch Santa Cruz hat große Vororte, wo die Wolkenkratzer in die Luft ragen. Aber seien wir mal ehrlich, es gibt kaum noch Gebiete auf diesem Planeten wo das noch nicht der Fall ist. Und nach einiger Zerstörung hat man auf Teneriffa begriffen, was man getan hat und versucht nun alles Alte zu schützen, hat große Nationalparks angelegt, um die Natur zu bewahren, usw. Abgesehen von all dem ethisch, moralisch, politisch korrektem Zeug müssen wir es auch realistisch sehen und Geld verdienen. Da Spanien in der Wirtschaftskrise steckt, sind die Touris eine sichere Einnahmequelle. Wo kein Tourismus da wenig Jobs und Einkommensmöglichkeiten für uns.

Obwohl Teneriffa groß genug ist, dass man so schnell keinen Inselkoller bekommt, ist es klein genug, um sich egal, wo man sich gerade aufhält mit dem Auto innerhalb von 2 – 3 Stunden komplett über die Insel zu bewegen. Die Buslinien sind ziemlich gut aufgebaut, so fern wir das mit unserem Mietwagen begutachten konnten! 😉 Die geringen Entfernungen sind aus verschiedenen Gründen praktisch. Den ersten hatte ich ja schon erwähnt: Es ist nie weit bis zum Meer. Wollen wir an den Tourist*Innen unser Geld verdienen ist es praktisch, dass nichts was man auf der Insel tun kann, weit entfernt liegt. Und die Freizeitmöglichkeiten sind so vielfältig wie man sich kaum vorstellen kann. Wandern, Tauchen, Surfen, Windsurfen, Kitesurfen, Schwimmen, Rudern, Boot fahren, Städtebesichtigung, usw.

Erstaunlicherweise ist auch politische Aktivität auf den Kanaren auf sehr verschiedene Weise möglich. Es gibt Podemos, in Zirkeln für nah beieinanderliegende Städte, organisiert. Es gibt Naturschutzprojekte für das Meer und die Inseln, für verschiedene Tiere, wie z.B. Wale und Delfine. Es gibt Anarchist*Innen, Kommunist*Innen, usw. In Santa Cruz hatte ich alle Hände voll zu tun, um möglichst viele Sticker, Graffitis und Aufkleber von verschiedenen Gruppen zu dokumentieren. Doch sogar auf La Gomera entdeckten wir Graffitis gegen den Hafenausbau von Valle Gran Rey.

Mit Sicherheit gibt es noch 1000 weitere Gründe, die für die Kanaren, für Teneriffa sprechen. Doch an dieser Stelle ist erst mal Schluss. So schnell wie möglich werde ich in den kommenden Tagen mit dem Reisetagebuch beginnen, um euch und uns den Urlaub noch einmal erleben zu lassen.

Ach ja, zur Zeit twittere ich unter #1000GründeSchlandZuVerlassen 1000 Gründe Schland zu verlassen! 😉 Schaut doch mal vorbei…

Advertisements

Ein Gedanke zu “#Teneriffa – Die Entscheidung ist gefallen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s