Spanisch lernen – Selbstorganisiert und kostenlos! Juni 2015


Es ist mal wieder Zeit euch ein paar Dinge mitzuteilen. Wie wir schon festgestellt haben, ist es von Vorteil die Sprache des Landes in das man auswandert zu verstehen und sprechen zu können. Das war sowohl René als auch mir von Anfang an klar. Weniger klar war uns, wie wir das anstellen sollten. Ein Kurs an der Volkshochschule, der halbwegs bezahlbar gewesen wäre, kam für uns nicht in Frage, da wir beide im Schichtdienst arbeiten und ein regelmäßiger freier Tag nicht realisierbar ist. Als nächstes checkten wir eine Privatlehrerin, von einem Freund empfohlen. Obwohl sie supernett war und uns beim Preis sehr entgegenkam, war es viel zu teuer für uns, die komplette Sprache so zu lernen. Da wären wir in 10 Jahren noch nicht ausgewandert. Wir waren dann etwas ratlos und kauften uns ein Paket von Langenscheid, in das wir auch ein paar Mal reinschauten und sogar einige Übungen daraus machten. Außerdem installierten wir uns verschiedene Apps auf dem Smartphone, um Vokabeln zu lernen. Das klappte dann auch ziemlich gut, wenn wir es beide mit Disziplin durchzogen, was leider allzu oft nicht passierte. Doch während unseres letzten Aufenthaltes in Spanien, äußerte die Krawall-Kröte dann den entscheidenden Schlüsselsatz:

„Wir müssen es schaffen, das Spanische in unseren Alltag zu integrieren.“ Nach dem Urlaub dachte ich viel über diesen Satz nach und fing an im Internet zu recherchieren. Zur Zeit nutze ich nun folgende Tools im Netz um Spanisch zu lernen:

leo.org

Google Übersetzer

Youtube

Twitter (dort habe ich sogar einen spanischen Twitter-Account @vickyvaaespana „Vicky geht nach Spanien“, mit dem ich jeden Tag versuche auf Spanisch das auszudrücken, was mir gerade so durch den Kopf geht, oder was ich mache.)

Google

spanisches Radio

spanisches Fernsehen

spanische Musik

 

Eines sei hier gleich gesagt: Es ist eine zeitaufwendige Methode und man wird nach diesem Lernmodell wohl nie in der Lage sein die Fremdsprache zu unterrichten. Ebenfalls weiß ich nicht, ob sie bei anderen Sprachen oder bei anderen Menschen ähnlich gut funktioniert. Ich gebe keine Garantie, ich spreche nur von meinen Erfahrungen.

Am Anfang war es ein Experiment und ich war nicht sicher, ob es funktionieren würde. Vor allem weil es am Anfang so mühselig war und ich das Gefühl hatte, überhaupt keine Fortschritte zu machen. Doch dann auf einmal platzte der Knoten. Ich merkte, wie ich anfing einzelne Worte sofort, ohne darüber nachzudenken, im Kopf zu übersetzen. Nach wenigen weiteren Tagen verstand ich schon deutlich mehr Worte und wenn ich mich mit dem Thema, was in den Nachrichten gerade besprochen wurde, auskannte, verstand ich schon den einen oder anderen ganzen Satz. In diesem Tempo geht es weiter, aber nur, wenn ich mich jeden Tag damit beschäftige. Manchmal ist es sehr anstrengend nach Feierabend um halb zwei nachts noch etwas auf Spanisch zu twittern, aber ich tue es trotzdem. Denn im Alltag ist man halt auch schon mal müde. 😉

Mein Spanisch hat sich durch meine neue Methode so schnell verbessert, dass René jetzt schon bei jeder Gelegenheit betont, dass ich aber diejenige bin, die es viel besser spricht. Das war mal anders herum. Nun, ich sehe das ganz pragmatisch: Wenn wir auf Teneriffa wohnen wollen, muss mindestens einer von uns beiden die spanische Sprache so gut sprechen, dass wir uns im Alltag zurecht finden können. Da ich bei René keine klaren Fortschritte erkennen konnte, weil er oft kopfmäßig nach seiner Arbeit viel zu müde war, um noch Vokabeln zu pauken, hab ich mich dazu entschieden, diese Aufgabe zu übernehmen. Und ich glaube, es spornt ihn tatsächlich an, denn in der letzten Zeit lese ich auch auf seinem Kröten-Account bei Twitter häufiger mal spanische Tweets.

Ich möchte euch jetzt noch die App vom Google Übersetzer vorstellen, die mir wohl die größte Hilfe ist, weil sie so vielfältige Funktionen hat und tatsächlich sehr gut übersetzt, im Vergleich zu bing und anderen Übersetzungsapps.

Screenshot_2015-06-01-13-18-03 Screenshot_2015-06-01-13-18-14 Screenshot_2015-06-10-01-32-05

Screenshot_2015-06-17-13-06-00[1] Screenshot_2015-06-17-13-06-09[1] Screenshot_2015-06-17-13-06-33[1]

Oben kann man die Sprachen einstellen, von welcher Sprache wird in welche übersetzt. Mit dem Button der beiden Pfeile in der Mitte lassen sich die Sprachen tauschen. Man kann ein Foto von einem Satz aufnehmen, der wird gescannt und übersetzt. Man kann in ein Mikrofon sprechen, das wird aufgezeichnet und übersetzt. Man kann aber auch einfach den Text eintippen oder reinkopieren, den man übersetzen will. Mit den Sternen kann man sich Sätze oder Wörter, die man übersetzt hat, merken. Sie landen in einem „Wortschatz“, der sich oben rechts über den Balken auswählen lässt. In diesem „Wortschatz“ lassen sich dann auch noch einzelne Wörter suchen, so dass man einen guten Überblick über seine Fortschritte behält. Wobei ich ehrlicherweise gestehen muss, dass ich diese App so viel benutze, dass es mir zu mühselig ist, ständig Sterne zu verteilen. Ich suche dann lieber einfach ein zweites Mal, wenn ich ein Wort oder eine Redewendung vergessen habe.

Auf Twitter finden auch schon die ersten Kontaktaufnahmen statt. Hier erzähle ich gerade Podemos Teneriffa, dass René und ich nächstes Jahr auswandern und uns schon darauf freuen mit ihnen Politik zu machen.

Screenshot_2015-06-16-01-20-41

Twitter eignet sich hervorragend zum Spanisch lernen, durch die Zeichenbegrenzung auf 140 Zeichen, ist man gezwungen sich einfach auszudrücken.

Ein weiterer Vorteil meiner Lernmethode ist die Individualität. Eine Menge Dinge, die ich in einem Sprachkurs lerne, brauche ich für mein Leben wahrscheinlich nie wieder. Dafür gibt es eine Menge Worte und Redewendungen, die ich ständig brauche, die aber im Sprachkurs nicht vorkommen. Mit meiner Methode lerne ich zuerst die Worte, die für mich wichtig sind, die ich oft benutze. Durch das Benutzen von mehreren Tools verlasse ich mich automatisch nicht auf eine Quelle, sondern prüfe immer mehrere, weil eben gerade die Übersetzungsapps oft zwar sinngemäß wiedergeben, worum es geht, aber grammatikalisch oft eine Katastrophe sind. Bei mir prägen sich aber Dinge, die ich auf diese Weise lerne viel besser ein, als wenn ich sie fertig vorgesetzt bekomme und quasi nur noch konsumieren muss. Ich denke, wenn wir im Winter für 3 Monate nach Teneriffa gehen, wird mein Spanisch so gut sein, dass wir doch im Alltag keine Probleme haben werden.

 

In einem Monat werden wir allerdings noch mal 2 Wochen Urlaub auf Teneriffa machen, gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen, die sich auch für’s Auswandern interessieren. Dann gibt’s endlich wieder saubere Luft, Sonne satt und freundliche, offene Menschen. Bis dahin muss aber noch fleißig gelernt werden. In diesem Sinne bin ich jetzt raus hier… 🙂

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Spanisch lernen – Selbstorganisiert und kostenlos! Juni 2015

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s