“Die passende Transportbox” – Oder auch “Tierunfreundlich, teuer, aber leider das einzige Modell, was von den Fluggesellschaften zugelassen wird”


Wie versprochen liefere ich nun den Artikel über die Reise-Transportbox für König Luca nach. Aufgrund der Länge und natürlich auch aufgrund seiner Wichtigkeit gebührt dieser Transportbox ein eigener Artikel.

Als klar war, dass es nicht Andalusien, sondern Teneriffa werden würde, haben wir uns natürlich zwangsläufig auch Gedanken darum gemacht, wie Seine Hoheit sein neues Hoheitsgebiet erreichen soll. Andalusien wäre ja mit dem Auto kein Problem gewesen, aber Teneriffa mit Auto und Fähre hätte knappe drei Tage Reise bedeutet. Stress pur für Kater und Menschen. Daher trafen wir sehr zügig die Entscheidung Luca mit dem Flugzeug reisen zu lassen. Die Tatsache, dass Katzen bis zu einer gewissen Größe und Gewicht auch mit in die Kabine dürfen, hat uns die Entscheidung dann extra leicht gemacht. Da wir durch das ständige Reisen inzwischen wissen, dass deutsche Behörden und Firmen wie z.B. Fluggesellschaften äußerst biestig jeden noch so kleinen Verstoß gegen Auflagen verfolgen, wollten wir alles möglichst gut vorbereiten und informierten uns ausgiebig darüber, was Kater Luca als EU-Katze alles so braucht. Darauf bin ich ja in meinem letzten Artikel schon detaillierter eingegangen. Doch die Sache mit der Transportbox war dann doch mehr als kurios. Aber lest selbst!

Die Fluggesellschaften geben einem eine sehr detaillierte Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Transportbox. Ich zitiere:

Beförderung von Haustieren Tierpfote.jpg

airberlin transportiert Ihre Haustiere je nach Gewicht und Größe in der Kabine oder im Frachtraum des Flugzeugs.
Bei der Beförderung beachten Sie bitte Folgendes:

  • eine frühzeitige Anmeldung online » oder telefonisch »
  • für die Beförderung von Tieren fallen Gebühren » an
  • die Tiere müssen in einem geschlossenen, auslauf- und ausbruchsicheren Behälter untergebracht sein
  • die Tiere müssen über ausreichend Raum verfügen, um in der normalen Stellung stehen oder liegen zu können
  • die Transportbox stellt der Fluggast

Blinde Fluggäste können ihren Blindenhund selbstverständlich kostenfrei mit in den Fluggastraum nehmen.

Nagetiere und Reptilien werden weder im Frachtraum noch in der Kabine transportiert.

Haustiere bis 8 kg

  • können in einer Transportbox mit den max. Maßen L 55 cm x B 40 cm x H  23 cm in der Kabine transportiert werden
  • Tier und Transportbox dürfen insgesamt nicht mehr als 8 kg wiegen
  • der Behälter muss während des gesamten Fluges geschlossen bleiben
  • die Transportbox darf zu keiner Zeit, auch bei Kauf eines Extrasitzes, auf den Sitzplatz gestellt werden
  • in der Business Class können Haustiere aufgrund der Beschaffenheit der Sitze nicht transportiert werden.“

Quelle: http://www.airberlin.com/de-DE/site/landingpages/baggage_services.php?cat=2

Klingt ja erst mal alles ganz logisch, ne? Nee? Fand ich auch nicht, aber egal. Wir werden uns wohl dran halten müssen, Seine Hoheit und ich. Da die Tollwut-Impfung mindestens 21 Tage alt sein muss, bei Reiseantritt, machten wir einen Termin bei einer Tierärztin und da wir für den letzten Umzug eine Box geliehen hatten und wir ja jetzt eh eine brauchten, wollte ich noch vor dem Tierarzttermin die Reisebox für Kater Luca besorgen. Ich schrieb mir also die Maße auf und meine grandiose beste aller Freundinnen fuhr mit mir und ihrem Auto zum Fressnapf. Dort angekommen wurschelten wir uns knappe fünf Minuten selbst durch die verschiedenen Boxen, alle aus Hartplastik für um die 20 Euro. Doch die Maße passten nicht. Die stabilen Boxen waren immer zu hoch. Als die Verkäuferin kam und wir erklärt hatten, was wir suchten, warf sie einen langen Blick über das Regal und meinte dann: „Naja, wir haben ja noch eine andere Ecke mit Transportboxen. Vielleicht ist ja da etwas für Sie dabei.“ Gesagt! Getan! Wir bogen um eine Ecke und standen im Paradies für Transportboxenfans. In jeglicher Größe und Farbe mit Straßsteinchen und kleinen Aufklebern, und so weiter, und so fort…

Die Preise waren hier natürlich deutlich höher. Die Verkäuferin guckte kurz und zog dann zielsicher jenes schwarze Stück Hässlichkeit hervor, in dem ihr Seine Hoheit hier sitzen seht.

Seine Hoheit ist skeptisch! Zu Recht!
Seine Hoheit ist skeptisch! Zu Recht!

Die Verkäuferin präsentierte uns die Tasche, als hätten wir beide gerade im Lotto gewonnen. Dann sagte sie einen Satz, der in meinem Kopf Alarmglocken schrillen ließ. „Also diese Reisetasche ist von allen Fluggesellschaften zugelassen. Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.“

60 Euro (In Worten: SECHZIG!) sollte das gute Stück kosten. Meine Freundin und ich sahen uns kurz an. Neeee, nicht mit uns. Wir bedankten uns und versprachen gegebenenfalls wieder zu kommen. Im Auto angekommen regte ich mich furchtbar auf, über die Absprachen von Großkonzernen im Allgemeinen und von Fluggesellschaften und Transportboxherstellern im Speziellen. Meine Freundin grinste und wir fuhren zu einem kleineren Tierbedarfsgeschäft. Doch dort schüttelte man nur distinguiert den Kopf, als wir die Maße für die Transportbox vorbrachten. Ich fluchte. Wir fuhren nach Hause, weil ich nicht schon am selben Tag klein beigeben wollte. Außerdem hatte ich sowieso nur 50 Euro dabei gehabt. Ich besprach das Ganze mit René und wir rechneten aus, dass Luca mindestens drei Mal damit fliegen wird und wir die Tasche dann bei Ebay bestimmt für 30 Euro verkloppen können. Sprich, ein Flug kostet 10 Euro extra wegen dieser bekloppten Tasche. Naja, was soll es? Es ist ja fürs Tier!

Denkste!

Was sich bei mir schon als leise Befürchtung eingestellt hatte, als ich die Tasche das erste Mal in den Händen hielt, bestätigte sich dann mit dem wenig begeisterten Kater Luca auf dem Weg zur Tierärztin. Da die Tasche keine Verstärkung an den Seitenwänden hat, wird sie wie eine Einkaufstasche, wenn Gewicht drin ist, nach oben immer schmaler; was sich für Luca wohl ziemlich blöd anfühlen muss. Die Tierärztin bestätigte meinen Eindruck dann. Sie wollte mir nämlich erst eine Rüge erteilen, weil ich meinen armen Kater in dieses Teil eingesperrt hatte. Als ich ihr allerdings die ganze Geschichte erzählt hatte, war sie dann ähnlich empört über die Fluggesellschaften und weniger über mich als Tierquälerin. Ach ja, die von der Verkäuferin extra angepriesene Auffangschale, die von einigen Fluggesellschaften auch vorgeschrieben ist, rutschte natürlich relativ schnell zur Seite, weswegen auch ein nicht unerheblicher Teil von Lucas Kacke in der Box selbst landete. Toll, so eine Auffangschale, oder?

Fazit: Die EU und die damit verbundenen, angeblich alles möglich machenden Regeln, sind absoluter Schrott, weil sie sich nicht mehr an den Bedürfnissen von Menschen orientieren, sondern nur noch daran möglichst maximal viel Profit aus allem zu schlagen. Der Kapitalismus ist echt zu Kotzen!

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