Cars Of Hope Wuppertal goes Idomeni


Mein Mann René und ich engagieren uns bei Cars Of Hope Wuppertal. Im Folgenden möchte ich nun erzählen, wie diese Bewegung entstanden ist, was wir schon gemacht haben und was wir noch vorhaben.

Im September 2015 fuhr René zum ersten Mal auf die Balkan-Route. Ein Freund hatte ihn gebeten, sich vor Ort ein Bild von der unhaltbaren Situation der Flüchtlinge zu machen und darüber zu berichten. Wir engagieren uns seit vielen Jahren in sozialen Bewegungen.

Was er dort erlebte, prägte ihn nachhaltig. Wir organisierten uns zusammen mit anderen Menschen aus Wuppertal und Hagen und gründeten „Cars Of Hope Wuppertal“. Wir sammelten Geld und Sachspenden und fuhren Anfang November mit fünf Autos im Konvoi los, um Flüchtlingen an den Grenzen in Europa zu helfen. Im Laufe der Tage bewegten wir uns auf der Balkan-Route von Österreich, Slowenien, Kroatien bis nach Serbien.

Darüber hat René im Winter die Dokumentation „Die Mauern der Festung Europa durchlöchern“ gemacht:

Teil 1: https://youtu.be/oPPNNVf_PnY

Teil 2: https://youtu.be/6N1lWpX3DYw

Teil 3: https://youtu.be/CcUR3Cx_ZBM

Da wir uns schon in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Berichterstattung konzentriert hatten, war das auch dieses Mal eine unserer wichtigsten Aufgaben. Wir dürfen nicht zulassen, dass mitten in Europa Dinge passieren, von denen die Bevölkerung zu großen Teilen nichts genaues weiß. Daher ist es in unseren Augen wichtig, dass so viele unabhängige Beobachter und Presse an den Grenzen vorhanden sind, wie nur möglich. Aber das ist natürlich nicht das Einzige gewesen, was wir dort getan haben. Wir verteilten Kleiderspenden, Medikamente, Essen, heißen Tee, versuchten zu dolmetschen, hörten uns Geschichten an, organisierten Decken, putzten und räumten auf, und vieles andere mehr. Oftmals mangelt es in den Lagern an allem. Wir mussten miterleben wie im November in Opátovach in Kroatien Refugees in riesigen, unbeheizten Zelten auf dem Boden schlafen mussten, bei Temperaturen um die 0 Grad. Nicht einmal Decken bekamen sie, weil das Rote Kreuz schon alles zusammen gepackt hatte. Das Camp sollte am nächsten Tag geschlossen werden. Dank der freiwilligen Helfer vor Ort konnte die Situation zumindest für einige der Flüchtlinge ein wenig verbessert werden.

Was ich auf dieser Reise gesehen und erlebt habe, werde ich in meinem ganzen Leben nie wieder vergessen. Sich vorzustellen, wie man sich dabei wohl als Flüchtling fühlt, herumgestoßen, abgeschoben, aufs Wartegleis gestellt, ist für mich gar nicht möglich. Unsere Welten klaffen zu sehr auseinander. Das muss sich ändern. Wir müssen zuallererst einmal Mensch sein und menschlich handeln. Daher organisieren wir jetzt wieder einen Hilfstransport, dieses Mal nach Griechenland, an die mazedonisch-griechische Grenze, genauer nach Idomeni. Dort sitzen mittlerweile (Stand 11.03.2016, morgens) rund 15.000 Menschen fest.

Wir wollen jetzt mehr auf Kontinuität, statt auf Masse setzen und versuchen, dass permanent jemand von uns vor Ort sein kann. Daher sammeln wir dieses Mal keine Sachspenden, sondern ausschließlich Geld. Mit diesem Geld sollen die Reisekosten für die freiwilligen Helfer abgedeckt und vor Ort Lebensmittel, Hygieneprodukte und Medikamente für die Flüchtlinge gekauft werden. Die Helfer werden nach Griechenland fliegen und die Produkte vor Ort einkaufen. Nach zahlreichen Überlegungen hat sich das als die bessere Variante erwiesen, da die Strecke von Wuppertal bis Idomeni mit einem eventuellen Konvoi doch sehr lang, und damit verbunden sehr teuer, ist.

Vor Ort gibt es bereits gute Strukturen von selbstorganisierten Helfern, die sich um die Versorgung der Flüchtlinge kümmern. Allerdings sind diese Strukturen permanent unterbesetzt. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen nach Griechenland reisen, um die dortigen Helfer abzulösen, bzw. zu unterstützen. Wir können damit auch garantieren, dass unsere Hilfe wirklich dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Während der Reise werden wir natürlich online darüber berichten.

Cars Of Hope Wuppertal Media:

Facebook: https://www.facebook.com/Cars-Of-Hope-Wuppertal-1469254766706760/

Twitter: @carsofhopewtal https://twitter.com/carsofhopewtal

Rebelmouse page: https://www.rebelmouse.com/carsofhope/

Blog: https://cars-of-hope.org

YouTube: https://www.youtube.com/channel/UC4k1IwP5M0OpRpx1pW1Q6xQ

Livestream Channel: http://bambuser.com/channel/carsofhopewtal

Email: carsofhopewtal@gmx.de

Am 13. März wird es im Wuppertaler Café Stil Bruch in der Marienstraße 58 einen Benefiz-Flohmarkt geben. Die Einnahmen werden ebenfalls verwendet, um die Reisekosten und die Hilfsgüter zu finanzieren. Nach dem Flohmarkt wird es ein offenes Treffen geben und der Tag wird abgeschlossen mit einer Filmvorführung von “Die Mauern der Festung Europa durchlöchern”. Dieser Film dokumentiert den Cars of Hope Konvoi, der im November 2015 stattgefunden hat.

13. März, 2016, 14:00 Uhr: Benefiz Flohmarkt, Café Stil Bruch, Marienstraße 58, Wuppertal

13. März 2016, 18:30 Uhr: Offenes Treffen Cars Of Hope, Café Stil Bruch, Marienstraße 58, Wuppertal

13. März 2016: 20:30 Uhr: Filmvorführung “Die Mauern der Festung Europa durchlöchern”, Café Stil Bruch, Marienstraße 58, Wuppertal

Außerdem haben wir noch eine Crowdfunding Kampagne im Internet gestartet, mit der wir ebenfalls Geld sammeln: https://www.youcaring.com/carsofhopegreece

Am 19. März fliegen die ersten Menschen nach Griechenland. Je schneller wir Geld organisieren können, desto besser. Aber für Kontinuität sind wir auch auf langfristige Mittel angewiesen. Daher haben wir kein zeitliches Limit, innerhalb dessen wir das Geld benötigen, außer natürlich das Limit der gefährdeten Menschenleben an den Grenzen in Europa.

Bitte helft uns dabei, die Menschlichkeit in Europa zu bewahren. Jeder Euro hilft uns zu helfen. Falls ihr es euch nicht leisten könnt, etwas zu spenden, könnt ihr uns trotzdem unterstützen. Fragt Vereine, Schulen, Organisationen und Privatpersonen in eurer Nähe, ob sie spenden können. Teilt unseren Aufruf im Internet in jede Facebook-Gruppe und über jede Seite. Und, last but not least, engagier dich selbst aktiv gegen Rassismus und für eine gerechte Welt für alle Menschen.

 

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

1 Kommentar zu „Cars Of Hope Wuppertal goes Idomeni“

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