Zwischen #Anarchismus, #PoetrySlam, Cars of Hope und dem Internet…


Da es ja nun ein paar Tage wieder etwas stiller hier geworden ist, dachte ich, ich schreibe wenigstens ein kurzes Update, damit ihr euch keine Sorgen machen müsst.

Aktuell habe ich drei Projekte, an denen ich arbeite. Das ist zum einen der „Anarchistische Stammtisch Wuppertal“, das ist die Hilfsorganisation „Cars of Hope“, die Flüchtlinge auf der Balkanroute unterstützt und das ist der Poetry Slam, den ich aktuell leider vernachlässigen muss.

Der Stammtisch ist für mich eine tolle Gelegenheit mein Wissen über Anarchie und Anarchismus aufzufrischen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird und sehe großes Potential, vor allem in einer Stadt wie Wuppertal, mit langer anarchistischer Tradition.

Die Hilfsorganisation „Cars of Hope“ haben wir in 2015 gegründet, warum brauche ich hier wohl nicht näher zu erklären. Doch obwohl der Flüchtlingsstrom nach Europa wegen der geschlossenen Grenzen etwas abgeebbt ist, schaffen es nach wie vor Menschen Europa zu erreichen. Viele von ihnen stecken in Griechenland fest. Wegen der Krise ist die Versorgung dort mehr als unzureichend. Die offiziellen Camps sind oft militärisch geführt, es mangelt an allem. Polizeigewalt, Folter und Missbrauch sind an der Tagesordnung. Wir wollen vom 14.8. bis zum 20.8.2017 nach Athen fahren, um uns von der Situation vor Ort selbst ein Bild zu machen, alles so gut es geht zu dokumentieren und die selbstorganisierten Strukturen vor Ort zu unterstützen. Aktuell leben mehrere Tausend Refugees in Squats, besetzten Häusern, in denen sie in Würde selbstorganisiert leben können, anders als in den offiziellen Camps. Viele dieser Häuser sind aber akut räumungsbedroht, weshalb die Unterstützung der Squats nachgelassen hat. Wir wollen auch vor Ort Kontakte knüpfen, damit wir die Strukturen dort in Zukunft auch von Deutschland aus besser unterstützen können. Für diese Reise brauchen wir Geld und das sammeln wir auf verschiedenen Wegen. Aber es ist deutlich schwieriger geworden Spenden zu generieren, da das Thema der Flüchtlinge in den Medien nicht mehr präsent ist und es keine großen Camps wie Idomeni mehr gibt, an denen die Presse Interesse hat. Daher bitte ich euch auch hier noch einmal ausdrücklich um eure Hilfe. Jeder Euro kann vor Ort konkrete Hilfe für die Refugees bedeuten. Und wenn ihr absolut gar kein Geld übrig habt, könnt ihr uns helfen, indem ihr den Link der Crowdfunding-Kampagne weiter verbreitet. Ihr könnt ihn über alle E-Mail-Verteiler schicken, bei Facebook über Seiten oder in passende Gruppen teilen. Ihr könnt eure Freunde, Familie, Arbeitskollegen anschreiben oder ansprechen und davon erzählen, was in Europa im 21. Jahrhundert im Namen der Demokratie mit Flüchtlingen gemacht wird und dass es Menschen gibt, die dort hinfahren und versuchen zu helfen. Wir dokumentieren auch unsere Arbeit so gut es geht, damit alle nachvollziehen können, was mit den Spenden passiert.

Der Poetry Slam ist mein neuestes Steckenpferd und ich bedauere sehr, dass ich dafür aktuell nicht mehr Zeit habe. Wie ich festgestellt habe, fällt es mir sehr leicht, Texte in diesem Format zu schreiben und mit einem Auftritt auf einer Bühne habe ich noch nie ein Problem gehabt. Sobald ich die Zeit dafür finde, was allerdings vor der Reise nach Athen nicht der Fall sein dürfte, werde ich meinen ersten Text auf Video aufnehmen und ihn bei YouTube reinstellen. Für einen Blog ist Poetry Slam einfach nicht geeignet, finde ich.

Für meine politische Arbeit sind Netzwerke, online wie offline, sehr wichtig. Da ich die letzten zwei Jahre ja politisch nicht wirklich aktiv war, sind viele meiner Netzwerke eingeschlafen, manche habe ich sogar gelöscht. Der restliche Teil meiner Zeit geht also dafür drauf. Ich konzentriere mich gerade auf WordPress, Twitter, Facebook und Google+ mit verschiedenen Kanälen. In dem Sinne liest man sich dann bestimmt irgendwo dort.

Empört euch!
Engagiert euch!
Vernetzt euch!

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

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