Razzien wegen #Linksunten & #NoG20 – #Repression bei #EndeGelände


Ein passenderer Titel für diesen Text wäre eigentlich „Das Imperium schlägt zurück!“ Denn genau das ging mir sofort durch den Kopf, als mein Mann mich heute Vormittag mit den tagesaktuellen News weckte. Was Pessimisten als „Black Friday“ bezeichnen, ist für mich ein deutliches Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Mahatma Gandhi ist durchaus jemand, dessen politisches Wirken ich kritisch betrachte, aber mit diesem Zitat hat er der Menschheit einen großen Dienst erwiesen. Denn er deckt damit genau die Art und Weise auf, wie der Staat auf Revolutionäre reagiert. Vor wenigen Jahren gab es eine Zeit, in der linksradikale Politik nicht wirklich diskutiert wurde, weder in der Gesellschaft, noch innerhalb des Staatsapparates. Dann lachte man z.B. über naive Occupy-Spinner, die naiv-romantisiert Plätze besetzten, in dem Glauben, das Großkapital würde sich schon ergeben, wenn man nur lange genug mit dem Bettlaken um die Kirche läuft.

Wo stehen wir heute? Am 25.08.2017?

Der Staat zeigt permanent seinen gesamten Machtapparat zur Unterdrückung von revolutionären, ja selbst nur von linken Ideen. Warum tut er das und was bedeutet das für uns?

Er tut es, weil er sich bedroht fühlt. Weltweit gibt es so viele anarchistische und anarchische Aufstände, wie noch niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Der Glaube an das herrschende, politische System und ihre Vertreter ist in Deutschland so gering wie kurz vor der Russischen Revolution in Russland. Der Staat weiß das und seine Antwort ist eindeutig. Die Repressionen, die Kriminalisierung, die Überwachung und die Drangsalierung von allem Linken ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr der Staat sich in die Ecke gedrängt fühlt. Daher kann man sehr wohl von einem „Black Friday“ sprechen, aber wohl eher deshalb, weil die Fahne der Anarchisten schwarz ist und sie heute stärker denn je in den Köpfen der Menschen weht. Denn was passiert, wenn der Staat seinen Repressionsapparat hochfährt und immer mehr Menschen gewaltsam unterdrückt? Überall auf der Welt passierte immer schon genau eines: Eine Radikalisierung und Politisierung der Bevölkerung erfolgt, revolutionäre Kräfte erhalten massiven Zulauf, das Interesse für Alternativen wächst, der Widerstand erhöht sich, die Überzeugung sich für politische Ziele einsetzen zu müssen, wird stärker, da man selbst stärker betroffen ist.

Daher bedanke ich mich bei allen Staatsvertretern für die kostenlose Mobilisierung und Aufstachelung der Massen. Ich solidarisiere mich mit allen von Repression betroffenen Menschen und möchte in diesem Zusammenhang auf die Rote Hilfe verweisen, die sich um die juristische Betreuung von Aktivisten kümmert. Wer Protest und Widerstand gegen Staat und Kapital unterstützen will und die Betroffenen nicht alleine lassen will, spendet bitte an die Rote Hilfe. Jeder Euro zählt und kommt einer sehr nützlichen Sache zu gute, nämlich einer solidarischen Gemeinschaft. Seid euch darüber im Klaren, dass sie zwar nur einzelne von uns erwischen, aber uns alle meinen. Lassen wir nicht zu, dass der Staat uns aufspaltet, sondern zeigen wir ihm unsere stärkste Waffe, unsere Solidarität.

Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass alternative Netzwerke wie z.B. gnu social für uns wichtiger sind, als jemals zuvor. Vernetzt euch auf allen kommerziellen und unkommerziellen Netzwerken so stark wie nur möglich. Verbreitet Informationen, schreibt Briefe in Gefängnisse, organisiert Mahnwachen und Demonstrationen, Flash Mobs und Info-Veranstaltungen. Redet mit euren Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen und Familienmitgliedern. Macht allen klar, dass es Zeit wird, sich zu entscheiden, auf welcher Seite man steht.

Als letztes ein Zitat eines großartigen, anarchistischen Sommerhits im Jahr 2011, als Occupy und 15M entstanden:

„Ihr wollt Krieg? Den könnt ihr haben. Wir laden die Waffen.

Wir sind keine Einzeltäter, man, wir sind die Massen.“

PS: Auch heute möchte ich wieder in aller Deutlichkeit auf #EndeGelände und das gerade stattfindende Klimacamp aufmerksam machen. Wer kann, sollte sich dort mal blicken lassen. Ansonsten helfen auch die virtuelle Verbreitung von Informationen und Soli-Aktionen in der eigenen Stadt. Das Klima kennt keine Grenzen! Widerstand auch nicht!

Advertisements

Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

Ein Gedanke zu „Razzien wegen #Linksunten & #NoG20 – #Repression bei #EndeGelände“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s