Wie werde ich Anarchist? – #Anarchie & #Anarchismus leicht gemacht


In den vergangenen Wochen habe ich mich wieder einmal sehr viel mit den Anarchismus und der Anarchie beschäftigt und meine Analyse ist eindeutig. Es wird zu einer globalen anarchistischen Revolution kommen, auch hier in Deutschland.

In den letzten Tagen habe ich bereits zwei Texte geschrieben, die sich auch mit diesem Thema beschäftigen. Zum besseren Verständnis empfehle ich diese Texte vorher zu lesen.

„Nicht labern, machen! Endlich die ultimative Definition von Anarchismus“

„Razzien wegen Linksunten und NoG20 – Repression bei Ende Gelände“

Für mich als Pragmatikerin stellt sich nach dieser Analyse eigentlich nur eine einzige Frage?

WIE SETZEN WIR DIE ANARCHIE UM?

Seit sieben Jahren bin ich politisch aktiv. Seit sieben Jahren höre ich mir an, was für ein Spinner ich sei, Träumerin ist noch die nette Formulierung. Ich war eine gewalttätige Chaotin, Verschwörungstheoretikerin, gefährliche Terroristin und ein linksversiffter Gutmensch. Kurz, ich bin Anarchistin!

Doch seit einigen Wochen erlebe ich etwas seltsames. Wann immer ich anfange über Anarchismus zu sprechen, ernte ich ehrfürchtiges Schweigen und großes Interesse. Man bewundert mich für mein politisches Engagement, für mein Wissen und man will Antworten von mir. Antworten auf all die Probleme, die sich immer deutlicher in den Alltag der Menschen schieben. Klimawandel, Ausbeutung, das Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm, lügende und korrupte Politiker, es gibt kein Thema, auf welches der Anarchismus nicht eine gute Antwort weiß und das beginnen selbst im neoliberalen, kapitalistischen Deutschland immer mehr Menschen zu begreifen.

Das ist großartig und gibt mir eine Menge Kraft. Einer der Gründe, warum ich mich wieder so aktiv über Politik und Gesellschaft äußere, ist die Tatsache, dass es von mir eingefordert wird und ich viel Bestätigung erfahre. Das gibt unglaublich viel Energie und Kraft und motiviert mich mehr als jede monetäre Bezahlung. Egal wo ich mich äußere, bei meiner Arbeit, im Freundeskreis, auf Facebook, in Chats bei WhatsApp und Telegram, bei Twitter, Google+, WordPress und YouTube, überall lauschen Menschen andächtig meinen Worten. Doch das ist nur die erste Reaktion. Es folgen Fragen über Fragen und am Schluss die Frage: Was kann ich tun?

Das ist der entscheidende Moment, in dem eine Bewegung geboren wird. Wenn Menschen das Verlangen verspüren sich selbst zu ändern. Denn nur, wenn wir alle selbst aus Überzeugung eine bessere Welt gestalten, wird sie nachhaltig bestehen können. Anarchie ist Liebe! Die Liebe zum Menschen und zum Planeten und der Wunsch alles endlich gerecht und nachhaltig zu gestalten. Damit hat der Anarchismus etlichen politischen Strömungen etwas entscheidendes voraus. Er ist positiv und lebensbejahend. Er macht, genau wie das Klima, nicht halt an Grenzen, Religionen, Klassen oder Generationen. Er stellt als einzige politische Bewegung den Menschen in das Zentrum des Interesses und hat in den letzten 150 Jahren seine notwendigen Entwicklungen erlebt. Er wurde als politische Strömung geboren, breitete sich rasant über dem ganzen Erdball aus, konnte sich einige Male erfolgreich behaupten, bevor er vom Kapitalismus brutal niedergeschlagen wurde. Heute befinden wir uns an einem historischen Punkt. Das Wissen über Anarchie ist fast überall auf der Welt frei verfügbar, die Vernetzung ist dank des Internets in Echtzeit möglich und aufgrund der Dringlichkeit jetzt radikal etwas zu ändern, endlich auch im Fokus des weltweiten Interesses. Laut Stephen Hawking hat der Mensch noch ca. 100 Jahre Zeit, bis er den Planeten so weit zerstört hat, dass Leben auf ihm für ihn unmöglich sein wird. 

Das Wissen darüber macht den Kapitalismus zum ersten Mal in seiner Geschichte zur weltweiten Bedrohung und den Anarchismus, als radikalen Gegenentwurf, überaus attraktiv für alle, die wirklich etwas ändern wollen.

Nun stehe ich also vor der Situation, dass eine Menge Menschen wissen wollen, was Anarchismus ist und wie sie Anarchist werden können, um den Planeten, sich selbst und die Menschheit zu retten. Das ist großartig und es gibt für mich kein schöneres Geschenk. Doch im Alltag bedeutet es vor allem eines für mich: Stress! Das klingt gemein und blöd und es soll absolut kein Vorwurf an diejenigen sein, die mit ihren Fragen und ihrem Interesse zu mir kommen. Aber es entspricht den Tatsachen. Denn die Menschen sind dank des Kapitalismus darauf gepolt sich zu vereinzeln. Man traut sich nicht so Recht in der Öffentlichkeit zu sprechen und kommt deshalb gerne mit privaten Gesprächen oder Nachrichten zu mir. Ich verstehe das nur zu gut und versuche allen gerecht zu werden, aber auch mein Tag hat nur 24 Stunden und auch ich brauche meine Auszeiten, gerade davon vor dem PC zu sitzen. Das ist nämlich so ungefähr das Unnatürlichste, was wir unserem Körper antun können. Doch es gibt noch ein anderes Problem und das ist langfristig viel schlimmer:

Durch den neoliberalen Kapitalismus haben wir alle gelernt in Hierarchien zu denken und uns entsprechend zu verhalten. Das geht los dabei, dass wir nicht mehr wissen, wie wir Nahrungsmittel zubereiten können und das lieber Konzernen überlassen, bis hin zur politischen Verantwortung, die sich darin erschöpft alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen und sich hinterher über das Ergebnis zu beschweren. Anarchismus ist auch hier der radikale Gegenentwurf. Denn in der Anarchie gibt es keine Hierarchien. Doch genau hier stützen wir uns, zumindest was die letzten Jahre angeht, auf Theorien. Denn Hierarchiefreiheit haben viele, gerade jüngere Menschen, noch nie erlebt. Und ab da wird es kritisch. Denn die Theorie klingt toll und man fühlt sich gut, wenn man sie wiederholt, einfordert und der Gesellschaft den Vorwurf macht, sie nicht umzusetzen. Doch genau durch dieses Verhalten bestärken wir die Hierarchien und, damit verbunden, auch den Kapitalismus. Anarchismus heißt selber machen und zwar auf allen Ebenen. Doch was heißt das genau für jemanden, der sich dazu entscheidet Anarchist zu werden?

Zunächst einmal ist da die Erkenntnis, dass etwas schief läuft und das es anders besser geht. Dann folgt die Orientierung. Man sucht sich politische Strömungen, die einen Wechsel fordern und analysiert diese. Das bedeutet, dass man sich versucht vorzustellen, wie das Leben aussehen könnte, wenn die Forderungen dieser politischen Strömung Wirklichkeit werden würden. Dafür ist es sehr hilfreich einen Blick ins Geschichtsbuch des Planeten zu werfen. Hierbei ist es wichtig, Quellen immer kritisch zu prüfen. Nicht nur Nazis verbreiten Fake-News, auch „postlinke“ Strömungen, wie z.B. die Anti-Deutschen und auch der Staat betreiben eine Propaganda, die auf Lügen und Vertuschung aufgebaut ist. Deshalb empfiehlt es sich, jede Quelle zu prüfen und abweichende Ergebnisse zu analysieren. Man sollte sich grundsätzlich bei jeder Nachricht fragen: „Wer profitiert am Ende von dem, was passiert ist und wer beschreibt da eigentlich was und zu welchem Zweck?“ Landet man dann, weil man alle Unterdrückung ablehnt, irgendwann beim Anarchismus ist der erste Schritt getan. Man identifiziert sich mit der Anarchie, auch wenn man sich selbst vielleicht noch nicht 100%ig als Anarchist bezeichnet. Mit dieser Identifizierung folgen zwei weitere Schritte: das Interesse an weiterführender Bildung und die Suche nach anderen Anarchisten. Dies sind zwei völlig menschliche Prozesse, die in der Entstehung des Menschen begründet sind. Heute weiß man, dass die ersten siedelnden Menschen mit den Nomaden, die es lange Zeit weiterhin gab, in anarchischen Verhältnissen lebten; sie teilten, tauschten und verbreiteten ihr Wissen, wann immer sie in Kontakt miteinander kamen. Natürlich gab es auch Kämpfe, aber diese waren eher selten. Doch kehren wir zur Gegenwart zurück. Im Jahre 2017 ist es für die allermeisten deutschen Anarchisten ein Leichtes diese zwei Schritte zu gehen, sollte man meinen. Doch weit gefehlt! Durch die neoliberale Schule haben junge Menschen verlernt, sich selbst zu organisieren. Sie erwarten, dass jemand kommt und den Anarchismus umsetzt. Doch genau das funktioniert nicht und bringt Menschen wie mich in Positionen, in denen sie sich sehr unwohl fühlen. Hierarchien entstehen auch durch ungleiche Verteilung von Wissen und Arbeit. Wer den Anarchismus cool findet, muss ihn leben. Dies bedeutet, er muss sich überall und jeden Tag mit Hierarchien kritisch auseinander setzen, auch mit denen in der linken Szene und gerade dort. Rebellion gegen Anti-Deutsche oder Hardcore-Veganisten ist Pflicht. Doch es gibt noch einen weiteren Punkt und der ist viel wichtiger: Zeigen, wie es besser geht. Noch einmal: Anarchie ist Liebe und der Anarchismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Der Kapitalismus basiert auf Konkurrenzkampf und Destruktivität. Anarchismus ist das Gegenteil davon. Wir sind aber leider alle im Kapitalismus sozialisiert worden. Das bedeutet, wir fühlen uns besser, wenn wir andere abwerten. Deshalb hat es der Anarchismus auch so schwer. Wer sich also als Anarchist bezeichnet, muss einen positiven Lebensentwurf und ein positives Menschenbild haben. Er sollte Ungerechtigkeit und Hierarchien immer klar und deutlich als solche benennen, aber nie, ich wiederhole, NIE ohne einen anarchistischen Gegenentwurf die Analyse schließen. Das gilt für antifaschistische Arbeit, genauso wie für antikapitalistische oder globalisierungskritische.

Als Anarchist ist man daran interessiert, die Gesellschaft zu verändern. Dies bedeutet, wir müssen nicht nur in Kontakt mit ihnen kommen, sondern sie so erreichen, dass sie sich uns anschließen oder zumindest mit uns sympathisieren. Ich rede hier allerdings nicht davon die eigenen Ideale oder den Anarchismus als ganzen zugunsten eines großen Bündnis aufzuweichen, ganz im Gegenteil. Ich rede davon die radikalste aller Lösungen sofort umzusetzen, die Anarchie. Und ich rede davon, dass ich genau diese Idee allen Menschen in Deutschland und weltweit vermitteln möchte. Das klingt natürlich utopisch, ist es aber nicht, ganz im Gegenteil. Das hat schon funktioniert, da gab es noch kein Internet und keine Smartphones. Hierzu empfehle ich die Dokumentation von arte „Kein Gott, Kein Herr!“, die die Geschichte des Anarchismus sehr detailliert und frei von Fachjargon erzählt.

Teil 1

Teil 2

Es ist äußerst schwer als neoliberal sozialisierter Mensch, umgeben von Katastrophen wie Klimawandel und Faschismus weltweit, bedingt durch den Kapitalismus, ein lebensbejahender Mensch zu sein. Das ist mir klar und ich fechte diesen Kampf jeden Tag mit mir selbst aus. Aber er lohnt sich und er ist es wert. Das verspreche ich euch.

Warum dieser Artikel?

Ich möchte euch erklären, was ich tue und warum ich es tue. Und ich möchte euch bitten, mir zu helfen. Zur Zeit melden sich eine Menge Menschen auf Twitter, die um die Aufnahme in die Liste Anarchie bitten. Ich versuche allen zu antworten, warne aber direkt, dass Twitter mir ziemlich viele Benachrichtigungen einfach nicht anzeigt. Keine Ahnung warum. Oft entdecke ich Antworten an mich durch Zufall in meiner Timeline. Bei Favs ist es noch schlimmer. Daher schreibt mir eine DM, wenn ich nicht reagiere. Ich versuche alle zeitnah zu beantworten. Hier die Bedingungen für die Liste, denn es ist ja immerhin meine Definition von Anarchie und es steht natürlich jedem frei, eigene Listen zu erstellen:

  • Auch wenn es vielen Antifas schwerfallen wird, keine Volkstod-Fantasien. Nein, die Deutschen sind nicht per se Nazis und Nein, es ist keine Lösung eine Nationalität auszurotten. Faschismus gibt’s überall, der Anarchismus kennt keine Grenzen, auch keine deutschen.
  • Kein sinnloses Abfeiern von Gewalt gegen Menschen. Notwehr ist hier von natürlich ausgeschlossen. Wenn eine Demonstration von Polizisten angegriffen wird, sich verteidigt und durchsetzt weiter zu laufen, dürfen gern die Sektkorken knallen. Wenn Faschos in den USA mit Knarren auf Menschen zielen und andere das mit Waffen beantworten, ist das für mich absolut legitim. Doch auch hier ist am Ende nach jeder gewonnenen Schlacht die Reflexion über die angewendete Gewalt wichtiger als der Sieg.
  • Sachliche Diskussionskultur, das ist nicht immer leicht und schon gar nicht, wenn man mit Menschen diskutiert, die sich selbst nicht dran halten. Dennoch ist es unglaublich wichtig. Man fühlt sich nämlich hinterher selbst besser. Man ist ein Vorbild für andere, denn gerade im Netz werden auch Kommentar-Threads gern gelesen, wenn Menschen versuchen sich politisch zu orientieren. Bedenkt bei jedem eurer Kommentare, Postings und Tweets, dass es Menschen gibt, die euch lesen, weil sie wissen wollen, was Anarchismus ist und arbeitet mit gesicherten Fakten. Quellen checken und Bildung hatten wir ja vorhin schon.
  • Nachplappern gilt nicht! Anarchismus heißt Selber Machen. Das bedeutet, dass ihr euch selbst äußern müsst und eure Definition von Anarchismus euren Followern und Freunden vermitteln müsst. Es ist die eigene Meinung, um die es geht. Denn wer Anarchie fordert, der übernimmt damit eine große Verantwortung, nämlich für sich selbst. Er will, dass niemand über ihn bestimmt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass er über sich selbst bestimmen muss. Und um das tun zu können, muss er für sich selbst und andere formulieren können, was er braucht und wie er leben will. Und hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Seid schonungslos ehrlich. In einer Welt voller Lügen und Intrigen ist es nicht nur für einen selbst eine Wohltat einfach ehrlich heraus zu sagen, was man denkt und fühlt, sondern es hat auch eine ungeheure Wirkung auf andere. Es steckt an. Lasst nicht den starken Max raushängen, sondern seid ihr selbst, mit all euren Fehlern, Schwächen und Ticks. Denn das macht euch zu genau der Person, die ihr seid und nur, wenn wir uns gegenseitig ehrlich eingestehen, wo unsere Schwächen und Stärken liegen, können wir uns gegenseitig solidarisch unterstützen. Habt Vertrauen in die Gesellschaft und in den Menschen, auch wenn es manchmal schwerfällt, bei all dem Mist um uns herum. Denkt immer daran, dass es auch die neoliberale Sozialisation ist, die uns instinktiv das Negative sehen lässt, anders gäbe es den Kapitalismus nämlich schon längst nicht mehr.

In Liebe, Vicky

PS: Meine Wahlempfehlung für die Bundestagswahl 2017 als überzeugte Anarchistin, die jedes parlamentarische System ablehnt, aber in einem lebt und dementsprechend darunter zu leiden hat:

Wählt die Partei, denn sie ist sehr gut. In Zeiten in denen der Bundestag eine Realsatire ist, kann es nicht schaden, dem eine Satirepartei hinzuzufügen. Aktuell sind mehr als 50% der Wählerschaft unentschlossen, Statistiker schlagen Alarm. Mein intuitives Bauchgefühl, was mich noch nie betrogen hat, sagt mir, dass Die Partei in den Bundestag kommt. Weil es da draußen eine ganze Generation von enttäuschten und frustrierten Menschen gibt, die mit nichts anderem als mit der Partei so deutlich ihren Stinkefinger gegen jeden Parlamentarismus, sei er blau/schwarz/braun oder Möchte-Gerne rot/grün, zeigen können.

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

8 Kommentare zu „Wie werde ich Anarchist? – #Anarchie & #Anarchismus leicht gemacht“

  1. https://polldaddy.com/js/rating/rating.jsAnarchie…heißt für mich

    Nicht von dieser Gesellschaft abhängig zu sein,Geld, Nahrung etc….

    Sich sein eigenen Lebensraum aufbauen und anderen helfen soweit es geht, wenn möglich sogar überzeugen. denn als Selbstversorger ist man selber unabhängig von allem und braucht so keine Angst zu haben wo man am Ende bleibt wenn man der Gesellschaft den Rücken kehrt.

    Ich denke eigenständig und lasse mich nicht von anderen beeinflussen…ich höre zu und sortiere die Fakten…die für mich der Wahrheit entsprechen (nach eigener untersuchung)

    Was mich interessieren würde Politik ist scheinbar undenkbar für viele…aber würde es was ändern wenn die Politiker alles ehrenamtlich verrichten und keinen müden Cent für ihre Arbeit bekommen…das wäre doch das wohl aller ?

    1. Ich kann deinen Ansatz gut verstehen, sich aus der Gesellschaft zurück zu ziehen und zu versuchen sich selbst zu versorgen. Ich halte diesen Ansatz auch durchaus für anarchistisch, sehe darin aber nicht die Lösung. Also, wenn wir das alle machen, wandert der Planet wahrscheinlich auf den Müll, dank Kapitalismus. Daher habe ich mich dazu entschieden zu bleiben und zu kämpfen. Und auch in einer Stadt ist es durchaus möglich dem System ein Stück zu entkommen. Ich werde da in den kommenden Tagen noch einen Artikel zu verfassen. Habe das aber in einem der Artikel aus der Anarchie-Serie schon mal angerissen: Secondhand, Foodsharing, Kleidertauschpartys, Sperrmüll, usw..
      Ich glaube, dass wir diesen Kampf nur gewinnen können, wenn wir auf allen Ebenen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, jeder nach seinen Fähigkeiten, Stärken und Möglichkeiten. Die Vielfältigkeit ist es, was uns unschlagbar macht.
      Das eigenständige Denken und kritische Betrachten von allem, inklusive des eigenen Verhaltens, ist für mich einer der Grundpfeiler des Anarchismus.

      Für mich liegt im Geld überhaupt grundsätzlich schon ein Fehler. Denn in der Anarchie geht es nicht darum zu tauschen, sondern zu teilen. Jeder gibt was er hat und nimmt was er braucht. Nicht umsonst haben die meisten der 800 Städte und Dörfer während der spanischen Revolution das Geld einfach abgeschafft, obwohl nichts davon in den theoretischen Schriften der Anarchisten stand. 🙂

      Solidarische Grüße, Vicky

  2. Liebe Vicky das meiste ist soweit vollkommen richtig, ABER …
    Es ist überhaupt keine gute Idee den Archismus jetzt einzufordern.
    Man sollte eher den Weg der direkten Demokratie wählen und jeden Bürger zur eigenen Mündigkeit erziehen. Auf diesem Weg wird es auf kurz oder lang von alleine zur Anarchie werden. Nicht weil es eingefordert wurde, sondern weil ein Staat nicht mehr nötig wird.
    Würde man jetzt sofort den Anarchismus ausrufen wird es ganz einfach nach hinten los gehen. Die Menschen wären überfordert. Man ist sich uneins welche Art von Anarchismus umgesetzt werden sollte und vor allem würde es schamlos für Straftaten diverser Art missbraucht werden. Nach dem Motto „Was fällt dir ein mein handeln zu verurteilen? Wir Leben doch den Anarchismus“
    Vergiss nie, das zahllose „dumme“ Menschen gibt die mit der neu gewonnen Freiheit nicht umgehen können.

    Daher ERST die Leute zur Müdigkeit erziehen, sodass eine regelnde Instanz unnötig wird.
    Wobei, wenn wir ehrlich sind. Es ist schlicht Weg unmöglich und es wird immer eine Gruppe geben müssen die dafür sorgen, dass Regeln eingehalten werden, die allerdings vom Volk bestimmt werden und angemessen vollzogen werden muss.

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