Ich bin ein #Anarchist – Meine zu Hause ist die Welt – #Solidarität statt #Einsamkeit


Heute gibt es leider nur einen kurzen Gedankensprung der Revolution. Für einen ausgefeilten Artikel reicht die Zeit leider nicht. Doch ich möchte mich trotzdem auch heute kurz zum Anarchismus äußern. Denn genau damit will ich dem Eindruck entgegen wirken, dass man Freitags beim Plenum Anarchist ist und den Rest der Woche halt bloß der Karl.

Wer sich dazu entscheidet, Anarchist zu sein, der entscheidet sich dazu sein Leben umzukrempeln. Für diejenigen, die neu auf meinem Blog gelandet sind, empfehle ich zur vorherigen Lektüre folgende Artikel:

„Wie werde ich Anarchist? – Anarchie und Anarchismus leicht gemacht“

„Nicht labern, machen! Endlich die ultimative Definition von Anarchismus“

Karl ist also für heute unser Protagonist. Karl lehnt sich nicht nur im Sozialen Zentrum dagegen auf, dass bei der Freitagskneipe ausschließlich Party gemacht wird und keine politischen Inhalte thematisiert werden. Karl übernimmt in seiner anarchistischen Gruppe auch Verantwortung und trägt seinen Teil dazu bei, dass anfallende Arbeit erledigt wird. Er möchte nämlich weder, dass andere über seinen Kopf hinweg entscheiden, was sie zwangsläufig tun müssen, wenn er sich nicht einbringt, noch möchte er, dass andere seine Arbeit übernehmen und dadurch Gefahr laufen auszubrennen. Karl geht nicht nach der antikapitalistischen Demo zu Mc Donald’s, es sei denn zum Pinkeln und Toilettenpapier klauen. Karl versucht so wenig wie möglich im System zu existieren und das bedeutet für ihn, dass er sich permanent selbst hinterfragen muss, bei ALLEM was er tut. Das war für Karl am Anfang ganz schön anstrengend und demotivierend. Doch dann hat er etwas Kluges getan und sich ein Netzwerk aufgebaut. Denn Solidarität ist die stärkste Waffe der Anarchisten im Kampf gegen den Kapitalismus. Seit Karl in eine WG gezogen ist und sich beim Foodsharing engagiert, ist es für ihn leichter, weniger zu arbeiten und zu konsumieren. Karl weiß nämlich, dass jeder Euro, den er ausgibt, eine Unterstützung des Kapitalismus ist. Deshalb gibt er jeden Euro ganz bewusst als Anarchist aus, denn komplett ohne Geld leben kann er natürlich nicht. Karl weiß, dass er jeden Tag das kapitalistische System am Leben erhält, aber er bemüht sich so wenig wie möglich dazu beizutragen. Seit er sein Netzwerk hat und es beständig wächst, hat Karl immer mehr kleine Alltagserfolge zu verzeichnen. Und dadurch, dass er weniger Geld verdienen und weniger arbeiten muss, hat er mehr Zeit sich um sein Netzwerk zu kümmern. Denn er möchte, dass alle Menschen so ein schönes Leben haben wie er. Deshalb engagiert er sich nicht nur beim Foodsharing, sondern versucht auch noch andere Menschen davon zu überzeugen, dass Solidarität schöner als Konkurrenz ist.

Karl achtet auch immer darauf, wie er mit anderen Menschen spricht. Wenn er über etwas wütend wird, erkennt er das selbst und versucht sich selbst erst einmal wieder zu beruhigen, bevor er antwortet. Er versucht auch herauszufinden, warum sein Gegenüber etwas für ihn Verletzendes gesagt hat und er versucht stets sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Doch Karls empathisches Verhalten endet nicht beim Menschen. Er versucht auch die Tiere und die Natur so zu behandeln. Karl schnippt nicht seinen Zigarettenstummel auf die Wiese und er versucht seine Angst vor Spinnen zu überwinden und sie zu fangen und frei zu lassen, anstatt sie zu zerquetschen. Viele Dinge, die Karl sich jeden Tag vornimmt, gelingen ihm nicht. Doch seitdem er ehrlich mit seinen Freunden und Mitbewohnern darüber spricht, geht es ihm auch damit viel besser. Denn die anderen haben ihm sofort gesagt, dass es ihnen nicht anders geht. Und sie hatten viele, kleine Tipps für ihn, mit denen er jetzt einiges von dem, was er sich vorgenommen hatte, doch noch umsetzen konnte.

Karl ist sich darüber im Klaren, dass Gesellschaft sich schon immer im Wandel befunden hat und es auch immer tun wird. Karl weiß, dass die Revolution nicht mit einem Mal da ist und dann mit einem Schlag alles anders ist. Karl wartet auch nicht darauf, dass jemand kommt und ihm sagt, dass es jetzt losgeht. Karl entscheidet jeden Tag, jede Minute selbst, in was für einer Welt er leben will. Karl ist Anarchist!

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Autor: ★ Victory ★ Viktoria ★

Politisch aktiv seit 2010, im Wandel schon seit immer... :-P Hier findet ihr einen bunten Mix aus politischen und "privaten" Texten. Die Themen sind breit gefächert, aber, wie ich finde, halbwegs gut sortiert. Daher stöbert einfach mal rum und sucht euch das aus, was euch gefällt. Für mich lassen sich mein Alltag und mein Privatleben nicht vom politischen Aktivismus trennen. Denn die kapitalistischen Bedingungen haben weitreichende Folgen für jeden von uns. Der Kampf für ein besseres Leben muss in den Alltag integriert werden. Ich spreche Deutsch, Englisch und nun auch Spanisch. Dies eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten mich zu vernetzen und zu informieren. Aktuell interessiere ich mich vor allem für die EZLN in Mexiko und natürlich die spanischen Widerstandsbewegungen. Ich würde mich als dem Anarchismus nahestehende Person bezeichnen, glaube aber nicht an fertige Lösungen, sondern nur an Ansätze, die gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden müssen. Die antikapitalistische, fertige Lösung dem jetzigen System überzustreifen, würde bedeuten, dass sich eben nichts ändert, weil sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hat. Ein Umdenken und der Wandel des Einzelnen sind das Einzige, was uns davor bewahrt ins Verderben zu schlittern. Denn seien wir mal ehrlich, wenn wir so weitermachen, ist der Planet in ein paar hundert Jahren spätestens sowieso unbewohnbar. Schon mein ganzes Leben lang bin ich angeeckt, weil ich mich nicht fertigen Modellen unterwerfen wollte. In der Schule nicht, in der Uni nicht, im Berufsleben nicht und schon drei Mal nicht bei linken Gruppen und Strukturen. Doch genau die sind es, die vielfach auf eine übelst autoritäre Weise jeden neuen Gedanken im Keim ersticken. Denn schon längst sind auch linke Gruppen Teil des neoliberalen, kapitalistischen Systems. Dort werden neue Gruppen eben als Konkurrenz angesehen, erst Recht, wenn sie nicht die exakt selben Vorgehensweisen haben, wie man selbst. Für mich definiert sich links sein wie folgt: "Ich informiere mich möglichst umfassend zu einem Thema und versuche mir anschließend meine eigene Meinung dazu zu bilden. Doch wann immer sich mir die Möglichkeit bietet, noch mehr darüber zu lernen, werde ich das tun und parallel dazu immer wieder an meiner eigenen Meinung arbeiten. Das kann bedeuten, dass ich im Laufe der Zeit meinen Standpunkt zu Themen mehrfach ändere. Doch das ist nichts wankelmütiges, denn es beruht auf einer Weiterentwicklung. Die Welt befindet sich in einem immerwährenden Wandel und nur, wenn auch wir bereit sind uns zu wandeln, können wir erreichen, dass sich Dinge zum Besseren ändern. "Hab keine Angst einen offenen Geist zu besitzen. Dein Gehirn wird nicht wegfliegen." im Original: "No tengas miedo de tener mente abierta, tu cerebro no va a salir volando." Das Zitat wird der EZLN in Mexiko zugeschrieben.

3 Kommentare zu „Ich bin ein #Anarchist – Meine zu Hause ist die Welt – #Solidarität statt #Einsamkeit“

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