Wer ist ★ Victory ★ Viktoria ★ ?


★ Victory ★ Viktoria ★

Ich

Vor sieben Jahren war ich eine ganz normale junge Frau. Ich ging arbeiten, shoppen, auf Partys und fühlte mich wohl im kapitalistischen System.

Dann passierte das schreckliche Unglück während der Loveparade in Duisburg und ich begann zu merken, dass etwas nicht stimmt in unserer Welt. Gott sei Dank war ich immer schon ein relativ helles Köpfchen gewesen und hatte mich nie ins System hineinpressen lassen. Ich war immer schon etwas unangepasst gewesen, sehr zum Leidwesen meiner Eltern und Lehrer.

Ich verfolgte den arabischen Frühling im Internet und dann die Anfänge der spanischen 15M-Bewegung. Als sich bei Facebook die ersten Kontakte fanden, die auch in NRW den 15. Oktober 2011 zu einem besonderen Tag machen wollten, war ich sofort dabei. Dieses erste Treffen veränderte mein Leben schlagartig. Nicht nur, dass ich dort meinen Mann kennenlernte; ich bemerkte vor allem, dass es mehr Menschen gab, die dieses System Kapitalismus seltsam und empörend fanden. Ich war in einer gut behüteten Welt aufgewachsen. Autonome Zentren und Demonstrationen gab es dort nicht. Der Filterbubble meines konsumgesteuerten Lebens schränkte mein Weltbild auf Party und Shopping ein.

Nachdem die Demonstration in Düsseldorf mit ca. 4000 Teilnehmern ein voller Erfolg gewesen war, bildete sich am Martin-Luther-Platz ein Protestcamp und ich machte Nägel mit Köpfen und zog ca. sechs Wochen später dort ein. Ich gab meinen Job, meine Wohnung und auch alle meine „Freunde“ auf. Die Anführungszeichen deshalb, weil es wohl nicht wahre Freunde waren, sonst hätten sie mich nicht entsetzt verstoßen, als sie merkten, dass man mit mir nicht mehr auf Partys gehen konnte, ohne ein antikapitalistisches Gespräch an der Backe zu haben. Viele von ihnen sagten mir wortwörtlich, dass ich mit meiner Kritik an der Gesellschaft zwar Recht habe, aber sie schlichtweg keine Lust hätten, sich mit solchen Themen auseinander zu setzen.

Die neun Monate im Camp waren wohl die lehrreichsten in meinem ganzen Leben. Ich lernte vor allem viel über mich. Der Satz „Veränderung fängt in deinem Kopf an!“ war während all der Zeit wie ein Leitfaden für mich. Inzwischen habe ich mich schon so häufig geändert, dass es mir kaum noch auffällt, wenn ich mal wieder mein halbes Weltbild über den Haufen werfe und von vorne anfange. Das ist wohl die kleine Revolution, durch die jeder von uns durch muss. Doch im Grunde ist es ein großartiges Gefühl, denn es erlaubt einem Fehler zu machen und nicht perfekt zu sein.

Nachdem Occupy in Deutschland so langsam vor die Hunde ging, das Camp geräumt wurde und ich neue Betätigungsfelder suchte, bemerkte ich, dass es zahlreiche wichtige, soziale Kämpfe gibt, die eigentlich alle meine Unterstützung brauchen. So kam es dann, dass ich mich keiner Gruppe oder Organisation anschloss, sondern mich überall dort einmischte, wo ich es für nötig befand. Das waren und sind unter anderem: Antifaschistische Arbeit, Politische Bildungsarbeit in Sachen Anarchismus, der Refugee-Protest, Kämpfe für Freiräume und Autonome Zentren, Demonstrationen und Aktionen gegen Zwangsräumungen und vor allem Vernetzungsarbeit und Internetaktivismus, sowie Live-Berichterstattung von politischen Situationen.

In meinen Augen haben wir gegen den gigantischen Gegner namens Kapitalismus nur eine Chance: Wir müssen unsere Kräfte bündeln, persönliche Befindlichkeiten und Differenzen über Bord werfen und uns darauf konzentrieren, dass wir unterm Strich alle dasselbe wollen: Eine gerechte, freie, gesunde Welt für alle Menschen!

Über den deutschen Ableger 15M, der von der Presse nach Entstehung des Camps in Occupy umbenannt wurde, lernte ich auch meinen Mann kennen. Wir haben am 15. Mai 2014 geheiratet. Das Datum 15M hat uns zusammen gebracht, in jeder Hinsicht.

Vor ca. zwei Jahren stieg ich mehr oder weniger aus, aus dem politischen Betätigungsfeld.

„Wir haben versagt!“ war mein letzter politischer Versuch 2015, in Deutschland etwas zu verändern. Danach entschied ich mich dazu, meinen Mann bei seiner Hilfe für Flüchtlinge auf dem Balkan und in Griechenland zu unterstützen. Meine politische Arbeit beschränkte sich also 2 Jahre darauf die Wäsche zu waschen, zu putzen, einzukaufen, zu kochen und auch sonst alles dafür zu tun, dass mein Mann die Kraft, Zeit und Energie hatte, um alle paar Wochen in die Refugee-Hotspots zu fliegen.

Doch nun bin ich wieder da. Warum lest ihr hier:

https://victoryviktoria.wordpress.com/gedankenspruenge-der-revolution/

Alles was ich hier publiziere entspricht ausschließlich meiner eigenen Meinung. Ich versuche weder die 99% zu erreichen, noch mich so anzupassen, dass möglichst viele Leute meinen Blog lesen.

Ich blogge zu allen möglichen Themen und versuche diese unter den verschiedenen Kategorien oben auf der Startseite einzusortieren. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr sehr gerne kommentieren.

An all diejenigen, die sich mit dem Thema Revolution, Systemwechsel und co. noch nicht so auseinander gesetzt haben: Ja, ich meine das ernst und nein, ich gebe mich nicht mit weniger zufrieden. Der Kapitalismus gehört abgeschafft und vorher gebe ich keine Ruhe!

Viel Vergnügen beim Stöbern, eure Vicky

Hier bin ich noch im Netz zu finden:

Mein Livestream-Kanal Hier erkläre ich politische Begriffe, mache Nachrichten und Talk-Runden.

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Meine E-Mail-Adresse: viktoriaocc@gmail.com

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7 Kommentare zu „Wer ist ★ Victory ★ Viktoria ★ ?“

  1. Hallo Vicky!
    Toll, dass Du diesen Wandel in Deinem gemacht hast. Wir freuen uns für Dich, dass Du jetzt ein Ziel im Leben hast, oder vielmehr viele Ziele und sie so konsequent verfolgst!
    Wenn Du nicht in der Kleinfamilie oder zweier Beziehung versauern willst, wäre doch das Thema Kommune auch ganz spannend für Dich. So habe ich jedenfalls auch diese Seite hier gefunden.
    Falls Du Interesse am Thema Kommune hast und Dich erst mal locker und entspannt darüber unterhalten und informieren willst, komm doch zum Kommunetreff in Leipzig. Der findet einmal im Monat statt und jedes Mal sind tolle Leute dort, mit guten Fragen und wissenswerten Antworten.

    Alles Gute,

    Micha vom Kommunetreff-Team

  2. Hallo Vic. Wir sind bisher über FB vernetzt. Deine Entscheidung ist eine gute Entscheidung, der noch viele folgen werden. Wenn Du zwischendurch mal ein wenig Zerstreuung durch zeitkritische Satire suchst, dann empfehle ich Dir unsern Ohauerha Blog. Hier der Link: http://wp.me/p2KG6k-aL . Mit besten Grüßen aus der Ohauerha Redaktion, Norbert.

  3. ich meinte nicht das einige wenige uns etwas aufdrücken sollen sonern als diskusionsgrundlage sehe und erstmal ein anfang sind welche mit der zeit weiter verbessert werden sollten

  4. ja wir brauchen ein neues system aber man sollte erstmal eins vorschlagen oder ein bestehenden entwurf unterbreiten und nicht unr auf den auswirkungen des bestehenden systems streiten denn das verzettelt die ganze landschaft derer die etwas ädern wollen
    es sind schon einige am arbeiten und diese kräfet sollte man bündeln denn nur so könner wir alle etwas dazu beitragen
    mfg michael

    1. Lieber Michael,

      ich teile deine Meinung ganz und gar nicht. Denn wenn einige, wenige jetzt ein neues System ausarbeiten, haben wir nichts anderes, als das was wir jetzt haben. Eine Diktatur einiger weniger. Daher sehe ich die größte Chance eher darin gelegen, erst einmal eine breite Masse für das Thema Politik zu sensibilisieren und zu einem Diskurs über ein alternatives System einzuladen, bevor dieses ausgestaltet werden kann. 🙂

      1. schließt das eine denn das andere aus?

        ich denke, beides ist wichtig.

        einigen personen liegt das eine mehr, anderen das andere… alle tragen ihren teil des puzzles bei. weder können alle an einem aspekt arbeiten, noch kann eine person alles machen…

        wir sind noch am anfang. im moment gibt es auch noch nicht viel konsens über die richtung. ich denke aber, dass sich ein solcher auf natürliche weise entwickeln wird, wenn mehr und mehr leute „aufspringen“, und diejenigen, die schon länger „dabei sind“, sich mehr und intensiver mit diesen fragen auseinandersetzen.

        ich denke, das prinzip „herrschaft“ muss grundsätzlich überwunden werden. und das wird auch geschehen. das heißt aber nicht, dass es keinerlei form von organisation geben wird. aber eben eine herrschaftsfreie.

        wie soll das gehen? ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wüsste es. aber ich habe eine gewisse ahnung…

        ich denke, bücher wie z.B.

        „Emergence: The Connected Lives of Ants, Brains, Cities, and Software“

        können in dieser frage anregungen und mut vermitteln.

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