Die #Revolution braucht euch alte Hasen… 


Wir brauchen euch, Leute. Ehrlich, ich zähle mich mit meinen 33 Jahren bereits zu den alten, weil die Jungen so einen riesigen Abstand zu mir haben. Wir brauchen Menschen mit Lebenserfahrung und mit Wissen und Herz, die den jungen Hüpfern auf Augenhöhe erklären können, wie sie sich selbst emanzipieren und eigenständig arbeiten und sich organisieren können. Diese junge Generation braucht uns alle. Sie sind die letzten, die das Ruder rumreißen können. 

http://www.generation-what.de/portrait/data/occupy

Guckt euch diese Studie an, sie zeigt wie diese jungen Menschen ticken. Sie sind wirklich unglaublich… 😍

Und ich besitze die Arroganz zu behaupten, dass ich diese Gesellschaft einschätzen kann. Falls es da Fragen gibt, hier steht warum ich das glaub. 😏

https://victoryviktoria.wordpress.com/gedankenspruenge-der-revolution/

Ehrlich, wir brauchen euch. 😍
(Ursprünglich ein Facebook-Kommentar bei einem „alten“ Freund…) 

Bild ist von Cargo Collective :

https://cargocollective.com/magdalenelim/How-to-tell-your-grandma-you-riot-for-a-living

Das Milgram-Experiment


Da stöbere ich nach Feierabend ein wenig durch die sozialen Netzwerke, um zu schauen, was „meine“ Gesellschaft macht und bekomme einen schockierenden Artikel in meine Timeline gespült. 

„Forscher bringen altes Folter-Experiment nach Europa – mit erschreckendem Ergebnis“ 

https://motherboard.vice.com/de/article/forscher-bringen-altes-folter-experiment-nach-europa-mit-erschreckendem-ergebnis?utm_source=vicefbde&utm_medium=link&utm_campaign=eg
Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass die Zahl der Teilnehmer zu niedrig ist, um daraus tatsächlich Statistiken ableiten zu können. Zumindest jedoch lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen und die ist erschreckend genug. Weil es uns ganz deutlich zeigt, dass ein hoher Prozentsatz der Gesellschaft noch immer nicht in der Lage ist, selbstständig zu denken und zu handeln, entgegen einer Order von „oben“. Die Obrigkeitshörigkeit habe ich gerne den Deutschen zugeschrieben. Doch natürlich ist das kein nationales Problem, vielmehr ein kapitalistisches. Denn seit Jahrzehnten erziehen wir unsere Kinder mehr und mehr zu kleinen Robotern. 

Fehler machen, bitte nicht. 

Rumhibbeln, bitte nicht. Hier ein wenig Speed. (Ja, in Ritalin befindet sich derselbe Wirkstoff wie in Speed. –> http://drugscouts.de/de/drfruehling/wirkt-ritalin-wie-speed

Karriere machen, bitte. 

Studium zügig durchziehen, kostet ja sonst unnötig Geld. 

Im Kindergarten Förderkurse, gerne Chinesisch und Bewegungstanz. 

Im Restaurant bitte nicht mit den Erwachsenen reden, nimm dein Smartphone oder das Tablet und sei leise, bitte. 

Frag doch nicht dauernd!

Bevor ich mich reinsteigere… Es wundert nicht, dass eine hohe Zahl der Menschen  weiterhin bereit ist, Stromschläge an Unschuldige auszuteilen, denn erstens wurden sie genau dazu erzogen und zweitens tun sie doch indirekt nichts anderes seit Jahren. 

Im Kapitalismus gibt es einige wenige, die richtig absahnen, viele, die denken, sie würden profitieren und viele, viele, die den anderen beiden Gruppen dazu dienen ihren Stand halten zu können. Im Klartext, denen geht es richtig beschissen, während wir hier z.B. in Deutschland 40 – 50% aller Lebensmittel wegschmeißen, vom Produzenten bis zum Endverbraucher. 

Wir in Nordwesteuropa sitzen also jeden Tag an den Schaltern mit den Elektroschocks, nur dass diese für die sogenannte 3. Welt Hunger, Durst, Krieg, Verfolgung, Krankheit & Tod bedeuten. 

Der Clou an dieser abstrusen Story ist, dass die allermeisten derer, die täglich auf die Knöpfe drücken, sich damit selbst Stromschläge verpassen. Denn im Kapitalismus kann es immer nur wenige Gewinner und sehr viele Verlierer geben. 

Dabei wäre das alles gar nicht nötig, denn es gibt Alternativen. Ja, auch welche die wirklich funktionieren. Wer nach Rojava schaut, wird den Versuch sehen, eine Gesellschaft zu bauen, die frei von Diskriminierung und Unterdrückung ist und in der Politik von allen gemacht wird, damit auch alle vertreten sind. 

Klingt kompliziert? 

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Aber wie schwer ist es denn im Kapitalismus, wenn die Krankenkasse die Brille nicht bezahlt und Schulkinder mit Hunger neben der Cafeteria der Schule stehen, während nach der letzten Stunde die Reste in die Mülltonnen gekippt werden? 

Noch ein Beispiel? 

Wer nach Mexiko in Richtung Chiapas zur EZLN schaut, wird eine Gesellschaft sehen, die auf Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und die Entwicklung von neuen Ideen setzt. 

Preguntando caminamos – Fragend schreiten wir voran. 

Un otro mundo es posible. – Eine andere Welt ist möglich. 

Hass auf Kartoffeln & Liebe für Staaten – Was ist eigentlich links sein?


Zur Klarstellung

Vorab möchte ich betonen, dass sich dieser Artikel zwar an Linksradikale richtet, er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von vielen Menschen gelesen wird, die sich nur teilweise oder gar nicht dort verortet fühlen. Ich möchte, dass möglichst viele Menschen diesen Artikel lesen, verstehen und an der Diskussion darüber teilnehmen können. Daher habe ich bewusst weitestgehend auf linksradikalen Fachjargon verzichtet.

Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass es nie meine Absicht war oder ist, irgendjemanden zu beleidigen, zu diskriminieren oder herabzusetzen. Ich will eine Diskussion anstoßen über ein grundsätzliches Problem, welches in unserer Gesellschaft auftritt. Linke Gruppen sind Teil dieser Gesellschaft, ob sie das wollen oder nicht. Sie versuchen zwar oft sich dieser Gesellschaft zu entziehen, aber sie sind in ihr geprägt. Viele strukturelle Verhaltensweisen finden sich sowohl in der Gesellschaft, als auch in linken Gruppen. So gibt es auch bei uns nach wie vor Rassismus, Unterdrückung, Frauenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Diskriminierung von Homosexuellen und mehr derartig menschenfeindliches Zeug.

Weiterlesen

Wir haben versagt!


Wir haben versagt!

Die linke Szene in Deutschland ist so gut wie tot. In Zeiten, in denen sich nachts Nazi-Mobs vor Geflüchteten-Unterkünften zusammenrotten, schaffen wir es zwar mit wenigen hundert Menschen notdürftig das Schlimmste zu verhindern, aber wie lange wird das noch so sein, wenn die Stimmung im Land immer weiter nach rechts driftet? Wenn beim nächsten Mal statt 100 Nazis 1000 kommen? Wenn sie nicht nur Steine und Rauchbomben haben, sondern auch Messer, Gewehre, Pistolen?

Wir müssen reden und zwar dringend!

Weiterlesen

#Kobane darf nicht fallen – Kampf um Utopiastadt


Kobane ist einer der wenigen Orte auf dieser Welt, in denen das worüber so viele Linke in der Theorie gerne reden, tatsächlich passiert. Dort herrscht ein alternatives Gesellschaftsmodell, welches von der Bevölkerung gemeinsam gestaltet wird. Es gibt Geschlechtergerechtigkeit, Basis-Demokratie und Selbstorganisation!
Die IS versucht seit Mitte September die strategisch wichtige Stadt an der türkischen Grenze einzunehmen. Weder von türkischer Seite aus, noch von sonst wo, kommt Hilfe für die Widerständigen, größtenteils Kurd*Innen, Das Gendern ist in diesem Falle besonders wichtig, da viele Frauen gegen die IS kämpfen, sich die letzten Kugeln für den Selbstmord aufheben, um nicht in die Hände der Terrorist*Innen zu fallen und von ihnen vergewaltigt zu werden. Seit einigen Tagen unterstützt die USA den Kampf um Kobane aus der Luft, allerdings mehr aus Show, denn aus wirklicher Hilfe. Die wenigen Luftangriffe reichen nicht aus, um die IS wirklich zurück zu schlagen. Die Kämpfe finden seit gestern später Abend teilweise heftig innerhalb der Stadt statt. Falls die IS Kobane einnimmt, ist ein Genozid höchst wahrscheinlich. Die Terrorist*Innen haben bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie die Bevölkerung von Kobane hinrichten werden. Auf beiden Seiten gibt es zahlreiche Tote und Verletzte. Etwa 5000 Kurd*Innen verteidigen zur Zeit quasi alleine, mit leichtem Geschütz, die Utopie Kobane vor den mit allem neumodischen Kriegsgerät ausgerüsteten Terrorist*Innen.
Die offizielle „Anti-IS-Koalition“ hat bis jetzt außer Gerede nichts auf die Beine gestellt. Die Welt sieht zu, wie Kobane fällt, die Politiker*Innen schauen weg und was machen die Kurd*Innen außerhalb von Kobane?

Sie unterstützen ihre Genoss*Innen nach allen Kräften! Überall in Europa finden zur Zeit Demonstrationen, Mahnwachen, Hungerstreiks und Stürmungen von Parlamenten statt, zuletzt das Europäische Parlament in Brüssel, das von ca. 150 – 200 Kurd*Innen friedlich besetzt wurde.

In der Türkei entsteht zur Zeit so etwas wie ein Volksaufstand, an dem sich auch viele Nicht-Kurd*Innen beteiligen. Es finden riesige Demonstrationen statt, aber auch zahlreiche Attentate auf AKP-Gebäude und viele andere „Unterstützer-Orte“ der IS. Die Situation in Kobane ist also mehr als nur der Krieg um eine Stadt.

ICH APPELLIERE AN ALLE MENSCHEN, DENEN DIE MENSCHENRECHTE EIN WENIG BEDEUTEN, SICH DEM WIDERSTAND IN KOBANE ANZUSCHLIESSEN! EGAL AUF WELCHE WEISE…

Teilt Informationen über die aktuellen Proteste in sozialen Netzwerken, sprecht mit euren Nachbar*Innen, Freund*Innen, Arbeitskolleg*Innen und eurer Familie, über das was in Kobane passiert. Schaut bei den zahlreichen Veranstaltungen die überall stattfinden vorbei. Vernetzt euch mit aktiven kurdischen Gruppen in eurer Stadt, schreibt Leserbriefe an die Medien und die Politiker*Innen, übt auf allen Ebenen Druck aus.

KOBANE DARF NICHT FALLEN!

Termine für Solis für Kobane in Deutschland (fortlaufend aktualisiert, FB-Link)

PS: Dieser Text war eigentlich nur als Facebook-Status gedacht, daher ist er recht kurz und oberflächlich. Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen Zeit finden werde, detaillierter über Kobane zu schreiben. Gerade fehlt mir diese leider. Ich habe ihn trotzdem hier veröffentlicht, da ich es für wichtig halte, so viel wie möglich über die aktuelle Situation in Kobane zu verbreiten, auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen!

#Wuppertal #1Mai 2014 #1MaiWpt – Echt Autonom!


Hier folgt nun mein Demo-Bericht inklusive Analyse der Autonomen 1.Mai-Demonstration in Wuppertal. Zuvor möchte ich noch einige Worte über die Nachttanz-Vorabenddemo verlieren, die einen Abend vor dem 1.Mai seit einigen Jahren stattfindet.

Das Soli-Komitee Wuppertal organisiert diese Veranstaltung, welche jedes Jahr unter einem speziellen Motto stattfindet. Dieses Jahr wurde das Motto bewusst etwas allgemeiner gehalten und lautete: „Wir haben mehr vom Leben als von der Arbeit!“ Damit sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir in der heutigen, durchkapitalisierten Welt uns nur noch selten außerhalb des Hamsterrads bewegen. Für mehr Infos könnt ihr den kompletten Aufruf zur Vorabenddemo lesen.

Gesammelt für die Vorabenddemo wurde sich auch dieses Jahr im Derweerth’schen Garten in Wuppertal Elberfeld. Bereits ab 19:00 Uhr liefen Redebeiträge und natürlich Musik, während nach und nach immer mehr Autonome, Punks, Alternative und natürlich viele junge und auch ältere Menschen, die kostenlos und draußen feiern wollten, den Garten füllten.

Weiterlesen

1. Teil – #Hamburg vor der Demo #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Um wirklich einen umfassenden Bericht über meinen Aufenthalt in Hamburg und das was dort passiert ist abzugeben, habe ich mich dazu entschieden den Artikel in vier Teile zu untergliedern. Wer also nur Interesse an einem bestimmten Part meines Artikels hat, ist nicht gezwungen sich alles durchzulesen.

2. Teil „Die Demo“:

3. Teil „Die Autonomen“:

4. Teil „Militanz?“:

Anreise und Ankunft

Wir fuhren am Donnerstag Mittag aus Wuppertal nach Hamburg. Aus verschiedenen Gründen wollten wir schon ein paar Tage früher in Hamburg sein. Zum einen wollten wir möglichen Kontrollen entgehen, zum anderen wollten wir uns die Stadt und die Demo-Route genau anschauen.

Über eine Freundin bekamen wir einen Schlafplatz in einem sozialen Zentrum vermittelt, was auch die Demo unterstützte. Wir kamen abends an, nachdem wir erst noch eine Reifenpanne mitten auf der Autobahn hatten und wurden sehr herzlich empfangen. Unser Schlafplatz war ein Raum, der zu einer kleinen Turnhalle umfunktioniert worden war. Ein Tanzboden, eine Spiegelwand, Boxsäcke, Fitnessgeräte und Yoga-Matten erblickten wir, als wir die quietschende Tür öffneten. Es sollten noch mehr Leute hier untergebracht werden, aber die sollten alle erst am nächsten Tag eintreffen. Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, gingen wir runter in den Aufenthaltsraum und wurden von allen sehr warm und herzlich empfangen. Als die Leute erfuhren, dass wir extra aus Wuppertal für die Demo angereist waren, wurde uns von vielen gedankt. Ob wir etwas essen wollten, wurden wir dann auch direkt gefragt, es gäbe ein veganes Drei-Gänge-Menü gegen Spende. Gott sei Dank hatten wir Hunger, denn das Essen konnte mit dem aus einem guten Restaurant locker mithalten. Weiterlesen