Hass auf Kartoffeln & Liebe für Staaten – Was ist eigentlich links sein?


Zur Klarstellung

Vorab möchte ich betonen, dass sich dieser Artikel zwar an Linksradikale richtet, er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von vielen Menschen gelesen wird, die sich nur teilweise oder gar nicht dort verortet fühlen. Ich möchte, dass möglichst viele Menschen diesen Artikel lesen, verstehen und an der Diskussion darüber teilnehmen können. Daher habe ich bewusst weitestgehend auf linksradikalen Fachjargon verzichtet.

Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass es nie meine Absicht war oder ist, irgendjemanden zu beleidigen, zu diskriminieren oder herabzusetzen. Ich will eine Diskussion anstoßen über ein grundsätzliches Problem, welches in unserer Gesellschaft auftritt. Linke Gruppen sind Teil dieser Gesellschaft, ob sie das wollen oder nicht. Sie versuchen zwar oft sich dieser Gesellschaft zu entziehen, aber sie sind in ihr geprägt. Viele strukturelle Verhaltensweisen finden sich sowohl in der Gesellschaft, als auch in linken Gruppen. So gibt es auch bei uns nach wie vor Rassismus, Unterdrückung, Frauenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Diskriminierung von Homosexuellen und mehr derartig menschenfeindliches Zeug.

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Eigenes Café und politischer Wandel… Spanien, wir kommen!


Es hat sich wieder einiges getan, in unserem Leben, daher veröffentliche ich heute einen weiteren Artikel unter der Rubrik „Auswandern nach Teneriffa“. Wie bereits im letzten Blogpost erwähnt, ist uns der Gedanke eine kleine Bar aufzumachen, nicht mehr aus dem Kopf gegangen. René hat die Idee gehabt, eine Art Kulturcafé zu machen, in dem junge Künstler*Innen eine Bühne bekommen und gleichzeitig junge Leute angezogen werden, denn von unserem Kontakt auf Teneriffa haben wir erfahren, dass sich das Freizeit-Angebot eher an älteren Tourist*Innen orientiert und junge Leute oft quer über die Insel fahren, um eine Veranstaltung zu besuchen.

Und wie das Schicksal so will, hat sich mir in Wuppertal die Möglichkeit eröffnet, meine Fähigkeiten als Geschäftsführerin eines Cafés auszuprobieren.

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1. Teil – #Hamburg vor der Demo #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Um wirklich einen umfassenden Bericht über meinen Aufenthalt in Hamburg und das was dort passiert ist abzugeben, habe ich mich dazu entschieden den Artikel in vier Teile zu untergliedern. Wer also nur Interesse an einem bestimmten Part meines Artikels hat, ist nicht gezwungen sich alles durchzulesen.

2. Teil „Die Demo“:

3. Teil „Die Autonomen“:

4. Teil „Militanz?“:

Anreise und Ankunft

Wir fuhren am Donnerstag Mittag aus Wuppertal nach Hamburg. Aus verschiedenen Gründen wollten wir schon ein paar Tage früher in Hamburg sein. Zum einen wollten wir möglichen Kontrollen entgehen, zum anderen wollten wir uns die Stadt und die Demo-Route genau anschauen.

Über eine Freundin bekamen wir einen Schlafplatz in einem sozialen Zentrum vermittelt, was auch die Demo unterstützte. Wir kamen abends an, nachdem wir erst noch eine Reifenpanne mitten auf der Autobahn hatten und wurden sehr herzlich empfangen. Unser Schlafplatz war ein Raum, der zu einer kleinen Turnhalle umfunktioniert worden war. Ein Tanzboden, eine Spiegelwand, Boxsäcke, Fitnessgeräte und Yoga-Matten erblickten wir, als wir die quietschende Tür öffneten. Es sollten noch mehr Leute hier untergebracht werden, aber die sollten alle erst am nächsten Tag eintreffen. Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, gingen wir runter in den Aufenthaltsraum und wurden von allen sehr warm und herzlich empfangen. Als die Leute erfuhren, dass wir extra aus Wuppertal für die Demo angereist waren, wurde uns von vielen gedankt. Ob wir etwas essen wollten, wurden wir dann auch direkt gefragt, es gäbe ein veganes Drei-Gänge-Menü gegen Spende. Gott sei Dank hatten wir Hunger, denn das Essen konnte mit dem aus einem guten Restaurant locker mithalten. Weiterlesen

2. Teil – Die Demo #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Anreise zur Roten Flora

Am 21.12. waren wir alle morgens schon sehr früh wach. Wir hatten verabredet um 12:00 Uhr gemeinsam vom sozialen Zentrum zur Roten Flora zu fahren und hatten uns schon auf massive Polizeikontrollen an den Bahnhöfen eingestellt. Aber nichts dergleichen geschah. Außer einer Horde von Zivis, die uns auch in der Bahn penetrant begleiteten, kamen wir ungehindert bis direkt vor die Rote Flora.

Hier sieht man höchstwahrscheinlich einen Zivi-Bullen bei der Arbeit.
Hier sieht man höchstwahrscheinlich einen Zivi-Bullen bei der Arbeit.

Was vor der Demo geschah

Bereits um halb eins standen zwei Wasserwerfer der Polizei direkt auf der Demo-Route, nur einige Meter von der Flora entfernt. Sie waren frontal auf die sich langsam sammelnde Demo gerichtet. Ab da war uns klar, dass es keine Demo geben würde. Während ich durch die Seitenstraßen lief, auf der Suche nach einer Bäckerei, fiel mir auf, wie viele der Leute die sich auch hier sammelten, schwarz gekleidet waren. Fast die gesamte Demo war ein schwarzer Block. So etwas hat es in Deutschland wohl zuletzt beim G8-Protest in Heiligendamm gegeben. Hierbei ebenfalls auffällig: Es gab natürlich auch nicht schwarz-angezogene Demonstrant*Innen. Diese verhielten sich aber allesamt nicht so, als würden sie von den „Schwarzen“ irgendeine Art von Bedrohung empfinden, im Gegenteil. Die „Bunten“ und die „Schwarzen“ unterhielten sich, freuten sich gemeinsam auf eine kraftvolle Demonstration. Weiterlesen

3. Teil – Die Autonomen #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Was heißt Autonomie überhaupt?

Autonomie bedeutet Eigenständigkeit, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung und Entscheidungsfreiheit. Natürlich lässt sich die Autonomie in Deutschland nicht leben. Wir sind zahlreiche Regeln und Gesetzen unterworfen, die wir nicht selbst gestaltet haben, bei denen wir nicht mal gefragt wurden, ob wir sie möchten. Ein autonomes Zentrum ist deshalb autonom, weil alle, die sich in diesem Zentrum aufhalten, es mitgestalten können. Viele Autonome sind Anarchist*Innen. Durch die Propaganda der Mainstream-Medien wird Anarchie in Deutschland jedoch meistens mit Chaos und Regellosigkeit gleichgesetzt. Nicht selten hört man auch den Spruch: “Der Stärkere gewinnt!“ Doch Anarchie ist eigentlich das Gegenteil davon. Anarchie ist die höchste Stufe der Ordnung bei gleichzeitiger, maximaler Freiheit des Einzelnen. Anarchie ist auch keinesfalls eine Utopie, sie hat stattdessen schon mehrfach über Jahre funktioniert. Die größte anarchistische Gemeinschaft umfasste rund 1 Million Menschen. Leider wird an den Schulen wenig über Autonomie und Anarchismus gelehrt. Das führt dazu, dass ein falsches Bild der Autonomie und des Anarchismus in der Öffentlichkeit entsteht. Der Übermacht der Mainstream-Medien können wir Autonome & Anarchist*Innen als kleine Gruppe nur schwer entgegenwirken.

Was in den Köpfen der Menschen dann für ein Bild über die Autonomen entsteht, hat so gut wie nichts mehr mit dem zu tun, was wir eigentlich sind.

Wer wir wirklich sind…

In diesem Teil meines Demo-Berichtes möchte ich versuchen ein differenziertes Bild von uns, den Autonomen, zu zeichnen. Weiterlesen

4. Teil – Militanz? #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Die Frage der Militanz

Wenn wir über militante Straßen-Politik sprechen, so müssen wir zunächst differenzieren zwischen den verschiedenen Formen der Militanz.
Was ist eigentlich Gewalt?
Das Anschreien anderer Menschen ist bereits Gewalt. Der Kapitalismus übt jeden Tag massive Gewalt in jeglicher Form auf viele Menschen aus. Über diese Gewalt wird leider in den Mainstream-Medien selten gesprochen. Genau gegen diese Gewalt gehen die Autonomen auf die Straße. Nicht selten sehen sie sich dann psychischer und physischer Gewalt des Staates durch die Polizei ausgesetzt. Viele linke und linksradikale Demonstrationen eskalieren immer dann wenn die Polizei Gewalt anwendet. Ist sie bei Nazi-Aufmärschen ganz intensiv darum bemüht das Demonstrationsrecht zu wahren, so ist es bei linken und linksradikalen Demos genau anders herum. Schon alleine dieser Fakt hat zur Folge, dass wir uns mit Gewalt auseinandersetzen müssen, nämlich mit der Gewalt die uns vom Staat entgegengebracht wird. Viele Autonome wissen sehr genau wie sich Pfefferspray im Gesicht, Tonfas (Schlagstöcke der Polizist*Innen), mit Quartzsand gefütterte Handschuhe und Wasserwerfer mit Reizgas gefüllt, anfühlen. Wir erleben eine Zunahme der Repression gegen uns, unsere Kultur und unsere Forderungen und zwangsläufig geraten wir in eine Diskussion über mögliche Verteidigungsstrategien.

Formen des Widerstands

Ich verurteile niemanden der sich gegen Polizeigewalt zur Wehr setzt, egal wie. Weiterlesen

#Zwangsräumung Verhindern: Auch in #NRW – z.B. in #Krefeld!


Enough is Enough!

stop_zwangsraeumungen_3_600pxZwangsräumungen verstoßen gegen die Menschenrechte und werden häufig ohne Öffentlichkeit und meist in einer rechtlichen Grauzone durchgeführt. Die betroffenen Personen wenden sich meistens entweder zu spät oder gar nicht an entsprechende Stellen, wo ihnen Hilfe angeboten wird. Oftmals kennen sie ihre Rechte nicht genau und sind psychisch und physisch sehr mitgenommen von der drohenden Zwangsräumung.

1. Treffen Zwangsräumung verhindern NRW:  Sonntag, den 12.05. um 13:00 Uhr am Krefelder Hauptbahnhof

Wir, Aktivist*Innen aus NRW wollen Öffentlichkeit für diesen perversen Auswuchs des Kapitalismus schaffen und das Thema auf die politische Tagesordnung setzen. Gentrifizierung ist längst kein Problem von Großstädten mehr. Immer häufiger treten Mietenwahnsinn und Verdrängung auch in kleineren Städten auf, die ihre Innenstädte „säubern“ und aufhübschen wollen. Mieter*Innen, die oft jahrzehntelang in ihren Wohnungen gelebt haben und dort verwurzelt sind, müssen weichen. Wohin, das ist den Investoren egal. In Berlin hat sich bereits ein breites Bündnis gegründet, welches lautstarken Protest gegen…

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