Cars Of Hope Wuppertal goes Idomeni


Mein Mann René und ich engagieren uns bei Cars Of Hope Wuppertal. Im Folgenden möchte ich nun erzählen, wie diese Bewegung entstanden ist, was wir schon gemacht haben und was wir noch vorhaben.

Im September 2015 fuhr René zum ersten Mal auf die Balkan-Route. Ein Freund hatte ihn gebeten, sich vor Ort ein Bild von der unhaltbaren Situation der Flüchtlinge zu machen und darüber zu berichten. Wir engagieren uns seit vielen Jahren in sozialen Bewegungen.

Was er dort erlebte, prägte ihn nachhaltig. Wir organisierten uns zusammen mit anderen Menschen aus Wuppertal und Hagen und gründeten „Cars Of Hope Wuppertal“. Wir sammelten Geld und Sachspenden und fuhren Anfang November mit fünf Autos im Konvoi los, um Flüchtlingen an den Grenzen in Europa zu helfen. Im Laufe der Tage bewegten wir uns auf der Balkan-Route von Österreich, Slowenien, Kroatien bis nach Serbien.

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Wir haben versagt!


Wir haben versagt!

Die linke Szene in Deutschland ist so gut wie tot. In Zeiten, in denen sich nachts Nazi-Mobs vor Geflüchteten-Unterkünften zusammenrotten, schaffen wir es zwar mit wenigen hundert Menschen notdürftig das Schlimmste zu verhindern, aber wie lange wird das noch so sein, wenn die Stimmung im Land immer weiter nach rechts driftet? Wenn beim nächsten Mal statt 100 Nazis 1000 kommen? Wenn sie nicht nur Steine und Rauchbomben haben, sondern auch Messer, Gewehre, Pistolen?

Wir müssen reden und zwar dringend!

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#BlockupyDD – #Blockupy in #Düsseldorf 17.05.2014


Ich schreibe hier einen Demo-Bericht mit anschließender Analyse und Kritik. Da ich dem Blockupy-Bündnis durch einige Vorfälle und Entwicklungen sehr kritisch gegenüber stehe, trotzdem 2012 aus Düsseldorf die Proteste unterstützt habe, 2013 in Frankfurt war und gestern also wieder in Düsseldorf, nehme ich mir das Recht heraus, meine Kritik an Blockupy mal deutlich auszuformulieren. Zum einen hoffe ich, dass durch diese und andere Kritik das Bündnis aufgewertet werden kann, zum anderen möchte ich auf einen gefährlichen Trend in der linken Szene aufmerksam machen. Doch dazu später mehr.

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1. Teil – #Hamburg vor der Demo #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Um wirklich einen umfassenden Bericht über meinen Aufenthalt in Hamburg und das was dort passiert ist abzugeben, habe ich mich dazu entschieden den Artikel in vier Teile zu untergliedern. Wer also nur Interesse an einem bestimmten Part meines Artikels hat, ist nicht gezwungen sich alles durchzulesen.

2. Teil „Die Demo“:

3. Teil „Die Autonomen“:

4. Teil „Militanz?“:

Anreise und Ankunft

Wir fuhren am Donnerstag Mittag aus Wuppertal nach Hamburg. Aus verschiedenen Gründen wollten wir schon ein paar Tage früher in Hamburg sein. Zum einen wollten wir möglichen Kontrollen entgehen, zum anderen wollten wir uns die Stadt und die Demo-Route genau anschauen.

Über eine Freundin bekamen wir einen Schlafplatz in einem sozialen Zentrum vermittelt, was auch die Demo unterstützte. Wir kamen abends an, nachdem wir erst noch eine Reifenpanne mitten auf der Autobahn hatten und wurden sehr herzlich empfangen. Unser Schlafplatz war ein Raum, der zu einer kleinen Turnhalle umfunktioniert worden war. Ein Tanzboden, eine Spiegelwand, Boxsäcke, Fitnessgeräte und Yoga-Matten erblickten wir, als wir die quietschende Tür öffneten. Es sollten noch mehr Leute hier untergebracht werden, aber die sollten alle erst am nächsten Tag eintreffen. Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, gingen wir runter in den Aufenthaltsraum und wurden von allen sehr warm und herzlich empfangen. Als die Leute erfuhren, dass wir extra aus Wuppertal für die Demo angereist waren, wurde uns von vielen gedankt. Ob wir etwas essen wollten, wurden wir dann auch direkt gefragt, es gäbe ein veganes Drei-Gänge-Menü gegen Spende. Gott sei Dank hatten wir Hunger, denn das Essen konnte mit dem aus einem guten Restaurant locker mithalten. Weiterlesen

2. Teil – Die Demo #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Anreise zur Roten Flora

Am 21.12. waren wir alle morgens schon sehr früh wach. Wir hatten verabredet um 12:00 Uhr gemeinsam vom sozialen Zentrum zur Roten Flora zu fahren und hatten uns schon auf massive Polizeikontrollen an den Bahnhöfen eingestellt. Aber nichts dergleichen geschah. Außer einer Horde von Zivis, die uns auch in der Bahn penetrant begleiteten, kamen wir ungehindert bis direkt vor die Rote Flora.

Hier sieht man höchstwahrscheinlich einen Zivi-Bullen bei der Arbeit.
Hier sieht man höchstwahrscheinlich einen Zivi-Bullen bei der Arbeit.

Was vor der Demo geschah

Bereits um halb eins standen zwei Wasserwerfer der Polizei direkt auf der Demo-Route, nur einige Meter von der Flora entfernt. Sie waren frontal auf die sich langsam sammelnde Demo gerichtet. Ab da war uns klar, dass es keine Demo geben würde. Während ich durch die Seitenstraßen lief, auf der Suche nach einer Bäckerei, fiel mir auf, wie viele der Leute die sich auch hier sammelten, schwarz gekleidet waren. Fast die gesamte Demo war ein schwarzer Block. So etwas hat es in Deutschland wohl zuletzt beim G8-Protest in Heiligendamm gegeben. Hierbei ebenfalls auffällig: Es gab natürlich auch nicht schwarz-angezogene Demonstrant*Innen. Diese verhielten sich aber allesamt nicht so, als würden sie von den „Schwarzen“ irgendeine Art von Bedrohung empfinden, im Gegenteil. Die „Bunten“ und die „Schwarzen“ unterhielten sich, freuten sich gemeinsam auf eine kraftvolle Demonstration. Weiterlesen

3. Teil – Die Autonomen #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Was heißt Autonomie überhaupt?

Autonomie bedeutet Eigenständigkeit, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung und Entscheidungsfreiheit. Natürlich lässt sich die Autonomie in Deutschland nicht leben. Wir sind zahlreiche Regeln und Gesetzen unterworfen, die wir nicht selbst gestaltet haben, bei denen wir nicht mal gefragt wurden, ob wir sie möchten. Ein autonomes Zentrum ist deshalb autonom, weil alle, die sich in diesem Zentrum aufhalten, es mitgestalten können. Viele Autonome sind Anarchist*Innen. Durch die Propaganda der Mainstream-Medien wird Anarchie in Deutschland jedoch meistens mit Chaos und Regellosigkeit gleichgesetzt. Nicht selten hört man auch den Spruch: “Der Stärkere gewinnt!“ Doch Anarchie ist eigentlich das Gegenteil davon. Anarchie ist die höchste Stufe der Ordnung bei gleichzeitiger, maximaler Freiheit des Einzelnen. Anarchie ist auch keinesfalls eine Utopie, sie hat stattdessen schon mehrfach über Jahre funktioniert. Die größte anarchistische Gemeinschaft umfasste rund 1 Million Menschen. Leider wird an den Schulen wenig über Autonomie und Anarchismus gelehrt. Das führt dazu, dass ein falsches Bild der Autonomie und des Anarchismus in der Öffentlichkeit entsteht. Der Übermacht der Mainstream-Medien können wir Autonome & Anarchist*Innen als kleine Gruppe nur schwer entgegenwirken.

Was in den Köpfen der Menschen dann für ein Bild über die Autonomen entsteht, hat so gut wie nichts mehr mit dem zu tun, was wir eigentlich sind.

Wer wir wirklich sind…

In diesem Teil meines Demo-Berichtes möchte ich versuchen ein differenziertes Bild von uns, den Autonomen, zu zeichnen. Weiterlesen

4. Teil – Militanz? #HH2112 #RoteFlora #LampedusaHH


Die Frage der Militanz

Wenn wir über militante Straßen-Politik sprechen, so müssen wir zunächst differenzieren zwischen den verschiedenen Formen der Militanz.
Was ist eigentlich Gewalt?
Das Anschreien anderer Menschen ist bereits Gewalt. Der Kapitalismus übt jeden Tag massive Gewalt in jeglicher Form auf viele Menschen aus. Über diese Gewalt wird leider in den Mainstream-Medien selten gesprochen. Genau gegen diese Gewalt gehen die Autonomen auf die Straße. Nicht selten sehen sie sich dann psychischer und physischer Gewalt des Staates durch die Polizei ausgesetzt. Viele linke und linksradikale Demonstrationen eskalieren immer dann wenn die Polizei Gewalt anwendet. Ist sie bei Nazi-Aufmärschen ganz intensiv darum bemüht das Demonstrationsrecht zu wahren, so ist es bei linken und linksradikalen Demos genau anders herum. Schon alleine dieser Fakt hat zur Folge, dass wir uns mit Gewalt auseinandersetzen müssen, nämlich mit der Gewalt die uns vom Staat entgegengebracht wird. Viele Autonome wissen sehr genau wie sich Pfefferspray im Gesicht, Tonfas (Schlagstöcke der Polizist*Innen), mit Quartzsand gefütterte Handschuhe und Wasserwerfer mit Reizgas gefüllt, anfühlen. Wir erleben eine Zunahme der Repression gegen uns, unsere Kultur und unsere Forderungen und zwangsläufig geraten wir in eine Diskussion über mögliche Verteidigungsstrategien.

Formen des Widerstands

Ich verurteile niemanden der sich gegen Polizeigewalt zur Wehr setzt, egal wie. Weiterlesen