Gedankensprünge der Revolution


Hier soll ein neues Stilmittel von mir kreiert werden. In den letzten Wochen hat sich mein Leben wieder sehr politisiert. Vor ca. zwei Jahren stieg ich mehr oder weniger aus aus dem politischen Betätigungsfeld.

„Wir haben versagt!“ war mein letzter politischer Versuch, in Deutschland etwas zu verändern. Danach entschied ich mich dazu, meinen Mann bei seiner Hilfe für Flüchtlinge auf dem Balkan und in Griechenland zu unterstützen. Meine politische Arbeit beschränkte sich also 2 Jahre darauf die Wäsche zu waschen, zu putzen, einzukaufen, zu kochen und auch sonst alles dafür zu tun, dass mein Mann die Kraft, Zeit und Energie hatte, um alle paar Wochen in die Refugee-Hotspots zu fliegen.

Nun bin ich wieder da. Der Grund seid ihr! Der Grund sind die 37% der 18-34jährigen, die in Deutschland lieber einen Aufstand unterstützen würden, als wählen zu gehen. Der Grund seid ihr 6 Millionen Menschen, die sich in Deutschland für Flüchtlinge organisieren. Der Grund sind meine Nachbarn und Freunde, meine Arbeitskollegen und Gäste. Der Grund sind Menschen auf Facebook, die rassistischer Hetze offen entgegen treten, mit Klarnamen und Foto von sich im Profil. Der Grund sind Menschen, in Rojava, die inmitten eines Kriegsgebietes, an basisdemokratischen Lebensmodellen arbeiten. Der Grund sind Menschen in Chiapas, die mit der Bevölkerung zusammen eine bessere Welt schaffen, statt sie zu erobern. Der Grund sind die Studenten in Russland, die sich gegen Putin engagieren. Der Grund sind die vielen, verhafteten Menschen in der Türkei, die trotz heftigster Repression den Humor und die Liebe nicht verlieren. Der Grund sind Menschen in Barcelona, die eine Stadt von unten aufbauen wollen. Der Grund ist aber auch der türkische Gemüsehändler um die Ecke, der vor seinem Supermarkt eine Kiste mit Gemüse und Obst für umsonst stehen hat, weil er weiß, dass nicht alle genug Geld haben, um bei ihm einzukaufen. Und so könnte ich wohl die nächsten drei Stunden weitermachen. Es tut sich etwas, überall auf der Welt, aber nun endlich auch in Schland.

Wer mich kennt und meine politische Arbeit der letzten Jahre verfolgt hat, weiß was ich tue. Ich versuche Kontakt aufzubauen und zu fühlen, was Menschen wollen. Permanent, sowohl online wie offline versuche ich in diese Gesellschaft rein zu horchen und zu verstehen, was sie denkt, was sie fühlt, was sie will und ob sie bereit ist für neue Ideen. Ich habe gute Neuigkeiten. Sie ist soweit. Ein entscheidender Prozentsatz der Menschen in Deutschland hat Interesse an Alternativen. Der Glaube, dass alles alternativlos sei, bröckelt zunehmend. Das hat viele Gründe, auf die einzugehen hier den Rahmen sprengen würde. Meine politische Arbeit geht aber noch deutlich weiter…

Nachdem ich nun versucht habe zu fühlen in welche Richtung sich die Gesellschaft gerade entwickelt, analysiere und kanalisiere ich meine Gedanken und streue sie zurück in die Gesellschaft. Ich habe einen hohen Perfektionsanspruch an mich selbst, was diesen Job so anstrengend macht. Denn ich möchte jedem, der mir seine Ideen mitteilt, gerecht werden und gleichzeitig ein stimmiges Bild zeichnen ohne meine eigenen Ideale aufzugeben.

Durch meinen Job in der Gastronomie und mein extrovertiertes Wesen besitze ich nach 33 Jahren Lebenserfahrung die Arroganz zu sagen: „Ich mache meinen politischen Job ganz gut.“ Sprich, vieles von dem, was ich analysiere, trifft zu, So saß ich vor ziemlich genau 2 Jahren mit „zwei alten Hasen der Revolution“ (Menschen, die schon in Zeiten aktiv waren, wo ich noch nicht einmal geboren war) und philosophierte darüber, was wohl geschehen könnte, wenn die Flüchtlinge es schaffen, lange genug hier zu bleiben, um in der Gesellschaft anzudocken und wie sich unsere Gesellschaft dadurch verändern würde, wenn der Staat dann anfangen würde, die Flüchtlinge wieder abzuschieben. Ich saß da mit meiner jugendlichen, naiven Art und sagte: „Wenn es gelingt Prozentsatz X der Gesellschaft zu erreichen, wird Schland brennen, wenn sie anfangen massenhaft abzuschieben.“

Damals schon betonte ich, dass die allermeisten Flüchtlingsinitiativen eine breite gesellschaftliche Schicht repräsentierten und genau das immens wichtig ist, für einen erfolgreichen Widerstand. Die beiden „alten Hasen“ grinsten müde und öffneten die Schublade mit den fein säuberlich vorbereiteten „Aber“. Ich ließ mich von meiner Meinung allerdings nicht abbringen. Zwei Jahre später zeigen die Proteste in Nürnberg und die zunehmende Politisierung und Radikalisierung zum Thema Abschiebungen, dass ich wohl nicht ganz falsch lag.

Nun wende ich mich also erneut mit politischen Botschaften an die Gesellschaft. Botschaften, die ihr mir geschickt habt. Für diese Botschaften habe ich ein neues Tool entwickelt. Es ist eine Mischung zwischen Twitter und Blog.

In den letzten Wochen habe ich meinen politischen Twitter-Account reaktiviert und festgestellt, dass sich das größte Problem bei Twitter nach wie vor darin befindet, dass man komplexere Sachverhalte oder Ausführungen nur schwer in einen Tweet packen kann. Es gibt Tricks und Mittel mit Screenshots oder aneinander gehängten Tweets. Das Problem dabei ist, die Tweets gehen verloren. Denn wer viel twittert, weiß wie lange er scrollen muss, bis er den Tweet von vor drei Tagen gefunden hat.

Mein Blog dagegen war immer ganz klassisch ein Ort für gut überlegte, wohl formulierte, reflektierte Texte, an denen ich je nach Stimmung und Inhalt auch gern mal länger gearbeitet habe.

Twitter hingegen nutze ich schon seit jeher als Mittel mich unmittelbar und direkt zu verschiedenen Themen äußern zu können. Dieses möchte ich nun kombinieren. Deshalb werden hier, in diesem Abschnitt meines Blogs, also in Zukunft Texte veröffentlicht, die ich eigentlich als Thread auf Twitter schreiben wollte.

Gedankensprünge, Brainstorming, Auskotzen, aber auch Stellungnahmen zu Geschehnissen, und so weiter, und so fort. Ich denke, ihr wisst was ich meine. Wenn nicht, müsst ihr wohl auf den ersten Beitrag hier warten.

Ich freue mich ganz ausdrücklich über Kommentare. Wäre jedoch dankbar, wenn bei Kritik darauf geachtet wird, dass sie konstruktiv bleibt, damit wir die Gedankenanstöße, die ich hier liefern werde, auch ausarbeiten können.

 

„Fragend schreiten wir voran.“

„Wir müssen die Welt nicht erobern. Es reicht sie neu zu schaffen. Heute. Durch uns!“

 

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