Spiel auf Zeit in #Spanien & #Katalonien – Politiker vs. Bevölkerung 


22.10.2017 // 15:00 Uhr 

Gestern haben wir die Demo gegen die Inhaftierung der beiden Anführer der Unabhängigkeitsbewegung begleitet. Dank Rajoys repressivem Kurs wurde dort eben nicht nur die Inhaftierung kritisiert, sondern auch die gesamte Haltung des spanischen Zentralstaates und Rajoys Kampfansage in Richtung Katalonien.

Doch auch wenn beeindruckend viele Menschen sehr spontan auf die Straße gingen und die Stimmung insgesamt während der Demonstration positiv war, ist die Verunsicherung über das Spiel auf Zeit seitens der Politiker deutlich spürbar. Vor allem in anarchistischen Kreisen nimmt die Angst vor einem Bürgerkrieg deutlich zu.

Zur politischen Situation:

Rajoy hat gestern den Artikel 155 angeordnet. Das spanische Parlament soll darüber “voraussichtlich” Freitag entscheiden. Dieses “voraussichtlich” ist deshalb so wichtig, weil ich glaube, dass Rajoy abwarten wollte, wie die katalanische Regierung antwortet. Durch Puidgemots Ansage, dass die katalanische Regierung am Freitag die Aussetzung der Unabhängigkeit aufheben soll, hat er die Möglichkeit Mittwoch oder Donnerstag das spanische Parlament einzuberufen, um den Artikel 155 vorher umzusetzen und so der katalanischen Regierung die Möglichkeit zu nehmen, die Unabhängigkeit formell umzusetzen. Da hinter ihm im spanischen Parlament die absolute Mehrheit steht, ist es eine reine Formsache.


Was Rajoy plant:


Er will zur “Normalität und Legalität” in Katalonien zurückkehren. Dies soll unter anderem durch folgende Schritte gewährleistet werden.


  • Die Entmachtung der katalanischen Regierung. Sämtliche Positionen sollen mit Gefolgsleuten von Rajoy besetzt werden. Was mit den aktuellen Regierenden passiert ist nicht vollständig klar. Die höchsten werden wohl ins Gefängnis gehen. Puidgemot drohen bis zu 30 Jahre Haft wegen “Rebellion”.

  • Das Gleiche soll mit den Medien passieren. Einige Sender und Zeitungen haben bereits Widerstand dagegen angekündigt.

  • Gruppen, Organisationen und Institutionen, die die Unabhängigkeit unterstützen, werden verboten.

  • Menschen, die weiterhin dafür arbeiten oder sich dafür engagieren, werden kriminalisiert und mit Repression mundtot gemacht.

  • Anschließend werden Neuwahlen stattfinden, bei denen nur Parteien zugelassen werden, die nicht die Unabhängigkeit Kataloniens unterstützen.

  • Wenn diese Besetzung auf Widerstand trifft, auch wenn es passiver, pazifistischer ist, wird Rajoy den brutal niederschlagen, mit Hilfe der Guardia Civil oder sogar der Armee. Der 1. Oktober war hierfür ein klares Signal.


Was Puidgemot plant:


Anders als bei Rajoy ist bei ihm nicht mit 100%iger Sicherheit sagbar, was tatsächlich seine Absichten sind. Klar ist, dass auch er längst im Spiel der Mächtigen festhängt und zum Spielball des Kapitalismus geworden ist. Macht erhält sich selbst. Unklar ist nur, wie weit dieser Einfluss schon fortgeschritten ist und in wie weit die katalanische Bevölkerung das zulassen wird.

Gestern Abend um 21 Uhr gab Puidgemot eine Pressekonferenz, von der sich einige deutlich mehr erhofften, als letztendlich kam. Denn im Grunde äußerte Puidgemot sich überhaupt nicht konkret. Er verurteilte die Äußerungen Rajoys und die Haltung der spanischen Regierung in allen Einzelheiten, gab darauf aber nur die schwammige Antwort, dass die katalanische Bevölkerung dagegen weiter kämpfen würde. Wie genau und was er und die katalanische Regierung dafür tun könnten, darüber ließ er nichts verlauten. Und genau das verunsichert viele Menschen hier und zeigt gut auf, was an Bewegungen, die nicht anarchistisch sind, das Gefährliche ist:


Die Anführer lassen sich vom System korrumpieren und verraten ihre Basis. Diese weiß ohne Anführer nicht, was sie dagegen tun kann und verharrt in Angst vor der kommenden Repression, statt sich selbst zu organisieren und der Repression auf allen Ebenen entschlossen und solidarisch Widerstand zu leisten.


Puidgemot bekommt, genau wie Rajoy, Druck von der EU. Diese wiederum besteht eigentlich nur noch aus der Berlin-Paris-Achse. Doch selbst diese hat aktuell eigentlich genug eigene Probleme. Speziell in Frankreich, wo der Ausnahmezustand nun festgeschrieben ist, gibt es kaum mehr Interesse für die EU. Merkel agiert allein auf weiter Flur. Sie möchte um jeden Preis die demokratische Maske des Kapitalismus so lange wie möglich oben halten. Rajoys offen faschistischer Kurs gegen Katalonien stellt sie damit vor eine unlösbare Aufgabe:

Entweder sie bekennt sich zu einer linken Bewegung, von denen Teile eine basisdemokratische, feministische Räterepublik aufbauen wollen, oder sie stellt sich auf die Seite von jemandem, der Spanien in die Franco-Zeit zurück führt.


Faschismus vs. Anarchismus, weil es nie etwas anderes gegeben hat.


Entweder du willst, dass Menschen über Menschen herrschen, oder du willst es nicht!

Du willst es nicht?


Gut so! Hier ein paar Dinge, die du sofort tun kannst, um Katalonien zu unterstützen und Freiheit für alle Menschen zu erkämpfen:


  • Informiere dich über die Geschichte von Katalonien, über anarchistische Revolutionen und aus welchen Gründen sie nicht geglückt sind.

  • Vernetze dich auf allen Ebenen und allen Netzwerken, online wie offline mit anderen Menschen, die Herrschaft ebenfalls ablehnen.

  • Vernetze dich international und lerne mit anderen auf anderen Sprachen zu kommunizieren. Übersetzungsapps sind inzwischen so gut, dass kurze Sätze sinngemäß fast immer richtig übersetzt werden. Aktivisten aus anderen Ländern sind oft froh über Unterstützung und Vernetzung und wenn beide Seiten ein Interesse am Austausch haben, können auch Missverständnisse durch Sprachbarrieren schnell geklärt werden.

  • Informiere andere, in dem du zu Anfang alleine oder mit dem Netzwerk vom vorherigen Punkt Informationskanäle aufbaust. Und geh Leuten ruhig auf die Nerven. Schließlich geht es darum, wie wir alle die nächsten Jahrzehnte leben werden. Das sollte wichtiger sein als Shopping und Party.

  • Lerne, lehre und arbeite basisdemokratisch mit deinem Netzwerk zusammen, online und offline und versuche diese beiden Ebenen bestmöglich miteinander zu verknüpfen.

  • Baue themenbezogene Strukturen auf, statt ideologisch aufgeladene Gruppen.

  • Zeige in allem den politischen Aspekt auf. Nichts ist politisch oder alles.

  • Bleibe konstruktiv. Der Kapitalismus erzieht uns dazu, uns auf die negativen Dinge zu konzentrieren und sie gleichzeitig als alternativos zu akzeptieren. Zeige Probleme auf, aber nie ohne einen konstruktiven Ansatz, wie man diese Probleme lösen könnte.

  • Argumentiere konsequent, aber sachlich und freundlich. Erkläre, warum eine herrschaftsfreie Gesellschaft für alle besser ist, sogar für Nazis und Kapitalisten. Denn auch ihr Planet wird durch den Kapitalismus zerstört und damit berauben sie sich selbst.

  • Nie vergessen: Anarchisten kämpfen gegen ein System und niemals gegen Menschen.


Heute Abend, 22.10.2017, um 18 Uhr gibt es eine Radiosendung über Katalonien, in der ich interviewt werde. Es wäre toll, wenn ihr alle einschaltet und vor allem vorher ein bisschen Werbung dafür macht.

Spenden, auch gern kleine Beträge, könnt ihr uns hier zukommen lassen.


Außerdem brauchen wir natürlich Aufmerksamkeit. Je mehr unsere Arbeit verbreitet wird, umso sicherer sind wir und die Menschen in Katalonien.


Die aktuellsten Nachrichten von uns findet ihr auf Twitter. Hier findet ihr meinen Account. Mein Mann arbeitet für das Kollektiv von Enough is Enough.


Wir bedanken uns bei allen, die uns bisher geholfen haben. Ohne euch wäre unsere Arbeit nicht möglich. 

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Was passiert in #Katalonien und #Spanien? – Update 14.10.2017


Nachdem mich einige Nachfragen erreichten, habe ich mich dazu entschieden, einen weiteren Artikel über Katalonien zu veröffentlichen.

Des weiteren habe ich mich dazu entschieden für Katalonien einen eigenen Menüpunkt anzulegen. Den findet ihr hier.
Es ist ein kleiner Artikel geworden, der zum einen einen groben Rundumschlag über die Unabhängigkeitsbewegung gibt und zum anderen aufzeigt, warum Katalonien nur sinnbildlich für die aktuelle weltweite Krise des Kapitalismus steht. Am Ende zeige ich noch auf, warum auch wir hier in Deutschland von der Situation in Katalonien profitieren können, indem wir uns nämlich neu aufstellen und den „Pseudolinken“ die Zusammenarbeit verweigern.

Doch kommen wir zur aktuellen Situation in Spanien.
Am Dienstag hat Puigdemont wie erwartet die Unabhängigkeit erklärt, um sie allerdings direkt danach für einige Wochen auszusetzen, um weiterhin Möglichkeiten offen zu halten, für einen Dialog mit der spanischen Regierung.
Die Meinungen, wie das gewertet werden kann, gehen weit auseinander. Selbst ich bin nicht sicher, was Puigdemont für Absichten hat und was nun gerade wirklich hinter verschlossenen Türen im katalanischen Parlament ausgehandelt wurde. Die CUP-Partei, eine linksradikale Partei, ein Zusammenschluss von Grasswurzelbewegungen, sozialen Bewegungen, die fast alle basisdemokratisch organisiert sind und einigen kommunistischen Gruppen, die allesamt die Unabhängigkeit unterstützen, hat erklärt, dass sie die Aussetzung der Unabhängigkeit falsch finden und sie fragen, für mich zu Recht, mit wem sie denn einen Dialog führen sollen? Denn Katalonien versucht genau das seit etlichen Jahren und Rajoy weigert sich diesen Dialog zu führen. Stattdessen antwortet der spanische Zentralrat auf alle Versuche der Katalanen sozialere und demokratischere Politik zu machen mit Verboten und Repression. Eine überaus logische Antwort im Kapitalismus. Denn sozialere Politik und mehr Demokratie sind schlecht für die Wirtschaft.
Ein Teil der Bevölkerung, vor allem die jüngeren Leute, Studenten und diejenigen, die auf der Straße aktiv sind, empfinden Puigdemonts Bitte um Dialog als Verrat an den eigenen Ideen und Zielen. Die Bewegung scheint kurz vor der Spaltung zu stehen, doch bis jetzt hört man nichts offizielles darüber.

Auf der anderen Seite gibt es sehr wohl einige Dinge, die man ganz offiziell berichten kann. Zunächst einmal bietet die Erklärung der Unabhängigkeit von Katalonien eine Menge Raum für Anarchismus. So soll u.a. die Verfassung in Vollversammlungen von allen Bürgern erarbeitet werden. Dort könnten ganz grundsätzliche Dinge wie das Recht auf Wohnen, Nahrung, Wasser, Bildung und Internet festgeschrieben werden.

Die Erklärung des Präsidenten der katalanischen Nationalversammlung Jordi Sánchez enthält sowohl die Aufforderung absolut friedlich zu bleiben, als auch einen Verweis darauf, dass ein Generalstreik drohen könnte. Des weiteren verweist Sánchez auf die basisdemokratischen Netzwerke, die auch das Referendum durchgeführt haben und bittet alle darum, in den nächsten Tagen aufmerksam und mobilisierungsfähig zu bleiben. Ebenfalls erwähnt er die demnächst anstehenden Verhandlungen gegen hochrangige Minister und einen Chef der Mossos (katalanische Riotcops), die von einem spanischen Gericht sehr wahrscheinlich zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt werden. Er vermutet, dass er und andere als Geiseln vom spanischen Zentralstaat benutzt werden. Das deckt sich in etwa mit meiner Einschätzung.

Die EU hält sich offiziell weiterhin vornehm zurück, doch mehr und mehr Länder äußern sich nun unabhängig davon zum Konflikt in Spanien und fordern eine Unterstützung der Katalanen. Die demokratische Maske der kapitalistischen EU droht herunter zu rutschen. Der Konflikt in der bisher heftigsten Krise des Kapitalismus in Europa und den USA droht mitten in Europa, in der viertstärksten Wirtschaftsmacht komplett zu eskalieren.

Denn nirgendwo wird aktuell deutlicher, wer mit wem gegen wen agiert. Der Kapitalismus und der Faschismus marschieren geschlossen in Katalonien ein und nehmen die Region auseinander. In ganz Spanien mehren sich die Meldungen über militante Aktionen von Faschisten. Sie alle bekommen aktuell Bestätigung aus der spanischen Politik, die lieber prügelt, als redet. Das Kapital droht mit Verweigerung in Katalonien. Banken und Konzerne wandern ab, die EU würde im Nu den Geldhahn zudrehen können.

Doch die Katalanen sind schon immer sehr kreativ in ihrem Widerstand gewesen und sehr gut organisiert. Den Faschos treten sie mit absoluter Masse entgegen oder in sehr gut organisierten Strukturen oder sie ignorieren sie komplett, wie am 8.10.2017.
Der Kapitalflucht antworten sie mit lokalen Strukturen. Sie machen aus jeder Not eine Tugend und genau hier erkennt man auch den Anarchismus, der in Katalonien immer schon tief verwurzelt war.

Rajoy musste laut spanischem Gesetz die Rückfrage zur Unabhängigkeit stellen und spielte den Ball also bereits am nächsten Tag zurück in Puigdemonts Feld. Der wiederum schwieg sich bisher aus. Bis Montag, den 16.10.2017 um 10 Uhr muss er sich geäußert haben. Rajoy hat bereits den Artikel 155 eingeleitet, mit dem er Katalonien den Autonomiestatut offiziell aberkennt, allerdings sagen viele Katalanen, dass das nun eigentlich mehr eine Formsache ist, da Rajoys Regierung in den vergangenen Jahren schon einen Zustand geschaffen hat, in dem die Autonomie Kataloniens nicht mehr wirklich vorhanden ist.

Was Rajoy tut, wenn Puigdemont die Frist verstreichen lässt ohne sich zu äußern, ob dieser sich äußern wird und wie sich dann die Bevölkerung verhält, das alles steht in den Sternen.
Letzten Endes hängt es aber natürlich von uns allen ab. Von der Masse! Von denen, die in Katalonien wohnen, ebenso wie von uns hier und den Menschen in den USA und in Asien. Der Kapitalismus agiert global und der Widerstand dagegen tut es eben auch, oder sollte es zumindest tun.

Ich bekomme jetzt nun doch die eine oder andere Nachricht, in der Leute mir schreiben, dass sie meine Einschätzungen teilen und aktiv werden wollen.
Und genau darüber werde ich morgen, am 15.10.2017 um 18 Uhr in meiner Livesendung reden. Die Sendung wird aufgezeichnet und ist anschließend ebenfalls unter diesem Kanal abrufbar. Außerdem hab ich schon einige Sendungen über Katalonien gemacht, die ihr ebenfalls dort findet.

Aber ich möchte hier schon mal einige Ideen ankündigen, für diejenigen, die die Sendung aus irgendwelchen Gründen nicht sehen können.

  • Bauen wir ein eigenes Netzwerk auf, bei Google.
  • Bilden wir Arbeitsgruppen dort für Facebook-Seiten, Twitter-Accounts, Blogs, Telegram-Info-Kanäle, YouTube-Kanäle, Übersetzungen, Vernetzungen mit spanischen Aktivisten, usw..
  • Sammeln wir mit diesen Accounts und Werkzeugen neue Interessierte ein, die wir in unser Netzwerk bei Google integrieren, wenn sie mitarbeiten wollen.
  • So finden sich irgendwann genug Leute aus einer bestimmten Region, die sich dann auch offline zusammentun können, um aktiv zu werden.

Wer sich mit dieser Arbeitsweise auseinander setzen möchte, sollte sich über 15M, Anonymous und Occupy informieren und wie diese Bewegungen damals entstanden sind. Zur weiteren Recherche empfiehlt es sich natürlich auch sich mit dem Begriff des Anarchismus vertraut zu machen. Es gibt verschiedenste Organisationsmodelle, wie man auch in großen Gruppen agieren kann, ohne dass einer der Chef ist oder es Hierarchien gibt. Und gerade in Zeiten des Internets ist dies erst Recht möglich.

Hier findet ihr diverse Möglichkeiten mich zu kontaktieren, aber am schnellsten geht’s bei Twitter. 😉

Am 18.10.2017 fliegen wir erneut nach Barcelona, um von dort aus live Bericht zu erstatten über die Situation dort. Da wir in der Vergangenheit zwei Mal auf sehr unsolidarische Art und Weise ausgenutzt wurden und uns dadurch ein ziemlich großer, finanzieller Schaden entstanden ist, ist es für uns aktuell sehr schwer, die Berichterstattung aufrecht zu erhalten. Wir können, auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so viel lohnarbeiten gehen, wie noch vor einigen Jahren und dann kommt noch der Zeitfaktor hinzu, denn je mehr Arbeit, je weniger Zeit für Reisen in andere Regionen, um von dort zu berichten. Daher haben wir uns dazu entschieden, für die Kosten der Berichterstattung (Handyrechnungen, Kauf von Elektrogeräten zum Dokumentieren, Reisekosten, etc.) um Spenden zu bitten. Auch sehr kleine Beträge helfen uns weiter und ermöglichen uns besser und professioneller zu berichten. Den Link zu unserer Crowdfunding Kampagne findet ihr hier. Wer kein Geld spenden kann, darf gern den Link zur Kampagne mit einer Bitte um Spenden in den eigenen Netzwerken verbreiten. Dafür darf natürlich unser Material genutzt werden. Wir freuen uns über die Verbreitung unserer Artikel, Videos, Tweets und Postings. Wir bedanken uns bei allen, die uns bisher unterstützt haben. Ohne euch wäre unsere Arbeit nicht möglich.

 

Es tut sich was in #Wuppertal – #Anarchismus & #Anarchie sind wieder interessant


Gestern fand der dritte Anarchistische Stammtisch Wuppertal im Domhan auf dem Ölberg statt. Bei denen wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für den schönen Abend bedanken möchten. Eine herzliche, familiäre Atmosphäre, ausgesuchte Produkte für einen fairen Preis und ein authentischer, professioneller und freundlicher Service. Wer abends auf dem Ölberg unterwegs ist, sollte […]

über 3. Anarchistischer Stammtisch Wuppertal – interessante Analysen für die Zukunft der #Anarchie — Anarchistischer Stammtisch Wuppertal

Warum alle Gläubigen Anarchisten sind – #Religion, #Kirche, #Glaube & #Anarchismus


Heute möchte ich mich mit einem vergleichsweise heißen Eisen auseinandersetzen, wie der Titel schon deutlich anzeigt. Um hier vernünftig zu arbeiten, braucht es zunächst einmal eine Definition der verschiedenen Worte.

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Der Tenor der Gesellschaft – Den bestimmen wir!


Warum ist es in meinen Augen so wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich online wie offline äußern?

Anschließend an den letzten Blogpost möchte ich hier näher darauf eingehen, warum ich es für unerlässlich halte, dass noch viel mehr Menschen das tun, was ich tue. Gehen wir, wie im letzten Post beschrieben, von einer Bewegung aus, die in der Gesellschaft verankert ist, gibt es ein Interesse an diversen linken Themen. Gehen wir weiter und sagen, dass gerade Labels und Gruppen junge, interessierte Menschen abschrecken, ist es umso wichtiger, dass sich Einzelpersonen politisch äußern. Denn diese jungen Menschen suchen nach Alternativen, nach Lösungsansätzen und möglichen Andockpunkten außerhalb der kapitalistischen Norm. Geschlossene Gruppen mit autoritärer Struktur, die sich ausschließlich innerhalb der linken Subkultur bewegen, in denen zahlreiche, oft widersprüchliche Regeln gelten, die kaum jemand erklären kann, aber alle herunterbeten, wie das Einmaleins in der Schule, wirken auf diese jungen Menschen eher abschreckend, zu Recht. Denn nur wer Marx gelesen hat, hat ihn noch lange nicht verstanden und je häufiger ich mich innerhalb dieser Subkultur bewege, umso mehr merke ich, dass wenig bis kein politischer Inhalt zu finden ist und tagesaktuelle, politische Handlungen und Situationen von vielen eher am Rande wahrgenommen werden. Im Klartext: Man brüllt auf antifaschistischen Demos zwar gerne „Hoch die Internationale Solidarität“ (oder wer noch „linker“ ist „Hoch die Antinationale Solidarität“, aber wenn der Faschismus in der Ukraine putscht, geht man nicht auf Soli-Demos, weil dort auch jemand von den Grünen kommen könnte, oder noch schlimmer, weil man sie gar nicht mitbekommen hat.

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Freiheit entsteht durch kämpfende Bewegung – Für mehr Staatszerlegung!


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Nach einigen Tagen voller Input, voller langer, politischer Gespräche und Diskussionen hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl den Überblick zu verlieren. Ja, die Informationen, die ich aufnahm, waren wohl einfach zu viel für meinen Kopf und für meine Seele.

Die Bilder der Polizeigewalt in Hamburg, die Bilder der Konzentrationslager in Europa, in denen Refugees unter unfassbar grausamen, menschenverachtenden Zuständen gefangen gehalten werden, die Hetze von linksliberalen Gruppen und Einzelpersonen gegen alles, was Widerstand und Protest auch außerhalb des von den Regierenden vorgegebenen Rahmen denkt, die Unendlichkeitshaft in Bayern, Olaf Scholz, der trotz tausendfacher Beweise einfach leugnet, dass es Polizeigewalt und Rechtsbrüche der Polizei bei den NoG20-Protesten gegeben hat, usw..

Ich könnte diese Liste so lang werden lassen, dass höchstwahrscheinlich nur wenige Prozent der Leser das Ende des Artikels erreichen würden. Für all diejenigen, die sich zum ersten Mal hier her verirrt haben, hier findet ihr einen kleinen Einblick in meine politische Arbeit.

Nachdem ich nun also die letzten Tage diverse Informationen quasi wie ein Schwamm aufgesogen habe und mich mit einigen Leuten sehr intensiv über all das ausgetauscht habe, versuche ich nun ein wenig Ordnung und Struktur in mein Gedankenchaos zu bringen und euch daran teilhaben zu lassen. Dieser Artikel soll aber nur die erste Meldung werden, also erhofft euch nicht allumfassende Antworten auf die Dinge, die gerade geschehen. In allererster Linie wollte ich meine Leserschaft mit diesem Blogpost wissen lassen, dass sie auch weiterhin mit mir rechnen dürfen.

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Wenn der Wind des Wandels weht… Von #Mexiko nach #Wuppertal… 

Ich muss nach Mexiko.


Puh, mir raucht der Kopf. So viel Input, wie gerade an mich ran getragen wird, können meine Synapsen kaum verarbeiten. 

Ich muss nach Mexiko. Alles deutet darauf hin, dass das offensichtlich meine Berufung ist. Ich muss nach Mexiko, die entscheidenden Menschen der EZLN treffen, ihnen meine politische Analyse von Deutschland erklären und anschließend fragen, wie sie vorgehen würden. 

Das ist also das nächste Ziel, auf das ich hinarbeite. 

Doch bis wir die Kohle dafür zusammen haben, scheinen noch einige Monde auf Wuppertal. Im Klartext, bis dahin geht’s hier weiter. Die Eisbrecher sind eine spannende Gruppe, in der wir viel ausprobieren, uns selbst kennen lernen, uns emanzipieren und voneinander lernen. Da die Eisbrecher bereits einmal aktiv waren, kenne ich einige der Leute von früher, hatte aber zwei Jahre wenig Kontakt zu ihnen. Es ist unglaublich, wie wahnsinnig schnell sich diese jungen Menschen begreifen und umsetzen, wie weit sie sich auch eigenständig, also ohne Eisbrecher, entwickelt haben. Das gibt mir wahnsinnig viel Hoffnung und Energie. 

Gleichzeitig wiederhole ich dringend meinen Appell an diejenigen, die bereits mehr Lebenserfahrung haben:

Unterstützt diese Generation und begegnet ihr auf Augenhöhe. Sie haben tolle Ideen, sind kreativ und echte Freigeister. Sie sind sensibel, intelligent und interessiert. Kommt zu uns und teilt euer Wissen und eure Lebenserfahrung mit uns. Ich wette mit euch, dass auch ihr davon profitieren werdet. Unsere Gesellschaft ist vereinzelt… Wir leben in einem neuartigen, kapitalistischen Kasten-System. Das bedeutet unter anderem, dass die Jungen wenig Kontakt zu den Alten haben und andersrum. Dadurch entstehen Vorurteile und Klischees, welche diese Abgrenzung weiter fördern. Ich werde mich auf dem nächsten Plenum, welches auf einem öffentlichen Platz stattfindet, dafür stark machen, dass wir uns beim übernächsten Treffen an einem Ort treffen, wo alle auf Stühlen sitzen können. 😏✌🏽

Wir werden euch ansprechen. Und euch anflehen zu kommen, weil wir euch brauchen. Weil die Revolution euch braucht. 

In Hamburg wird’s knallen und danach werden sie die Daumenschrauben andrehen. Härtere Gesetze, mehr Repression und Überwachung, usw.. Gleichzeitig werden sich mehr und mehr Menschen an linke Gruppen anschließen. Das ist in Spanien passiert, in Griechenland, in Portugal, in Mexiko, usw.. Und es passiert bereits im Kleinen hier. Unter der deutschen Oberfläche brodelt es seit Jahren. Die Voraussetzungen für eine Revolution, mindestens europaweit sind historisch. 

Ihr, diejenigen, die sich seit Jahrzehnten mit Politik beschäftigen, ihr wisst das doch. Ihr lest die Zeichen doch genauso. Das sind die besten Voraussetzungen für eine Revolution. Und der Staat weiß das, deshalb werden ja bereits massiv Gesetze verschärft. Es geht jetzt los und wir brauchen euch. 

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern und die anderen Windmühlen.“

Zu welcher Gruppe wollt ihr gehören?