Der Tenor der Gesellschaft – Den bestimmen wir!


Warum ist es in meinen Augen so wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich online wie offline äußern?

Anschließend an den letzten Blogpost möchte ich hier näher darauf eingehen, warum ich es für unerlässlich halte, dass noch viel mehr Menschen das tun, was ich tue. Gehen wir, wie im letzten Post beschrieben, von einer Bewegung aus, die in der Gesellschaft verankert ist, gibt es ein Interesse an diversen linken Themen. Gehen wir weiter und sagen, dass gerade Labels und Gruppen junge, interessierte Menschen abschrecken, ist es umso wichtiger, dass sich Einzelpersonen politisch äußern. Denn diese jungen Menschen suchen nach Alternativen, nach Lösungsansätzen und möglichen Andockpunkten außerhalb der kapitalistischen Norm. Geschlossene Gruppen mit autoritärer Struktur, die sich ausschließlich innerhalb der linken Subkultur bewegen, in denen zahlreiche, oft widersprüchliche Regeln gelten, die kaum jemand erklären kann, aber alle herunterbeten, wie das Einmaleins in der Schule, wirken auf diese jungen Menschen eher abschreckend, zu Recht. Denn nur wer Marx gelesen hat, hat ihn noch lange nicht verstanden und je häufiger ich mich innerhalb dieser Subkultur bewege, umso mehr merke ich, dass wenig bis kein politischer Inhalt zu finden ist und tagesaktuelle, politische Handlungen und Situationen von vielen eher am Rande wahrgenommen werden. Im Klartext: Man brüllt auf antifaschistischen Demos zwar gerne „Hoch die Internationale Solidarität“ (oder wer noch „linker“ ist „Hoch die Antinationale Solidarität“, aber wenn der Faschismus in der Ukraine putscht, geht man nicht auf Soli-Demos, weil dort auch jemand von den Grünen kommen könnte, oder noch schlimmer, weil man sie gar nicht mitbekommen hat.

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Freiheit entsteht durch kämpfende Bewegung – Für mehr Staatszerlegung!


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Nach einigen Tagen voller Input, voller langer, politischer Gespräche und Diskussionen hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl den Überblick zu verlieren. Ja, die Informationen, die ich aufnahm, waren wohl einfach zu viel für meinen Kopf und für meine Seele.

Die Bilder der Polizeigewalt in Hamburg, die Bilder der Konzentrationslager in Europa, in denen Refugees unter unfassbar grausamen, menschenverachtenden Zuständen gefangen gehalten werden, die Hetze von linksliberalen Gruppen und Einzelpersonen gegen alles, was Widerstand und Protest auch außerhalb des von den Regierenden vorgegebenen Rahmen denkt, die Unendlichkeitshaft in Bayern, Olaf Scholz, der trotz tausendfacher Beweise einfach leugnet, dass es Polizeigewalt und Rechtsbrüche der Polizei bei den NoG20-Protesten gegeben hat, usw..

Ich könnte diese Liste so lang werden lassen, dass höchstwahrscheinlich nur wenige Prozent der Leser das Ende des Artikels erreichen würden. Für all diejenigen, die sich zum ersten Mal hier her verirrt haben, hier findet ihr einen kleinen Einblick in meine politische Arbeit.

Nachdem ich nun also die letzten Tage diverse Informationen quasi wie ein Schwamm aufgesogen habe und mich mit einigen Leuten sehr intensiv über all das ausgetauscht habe, versuche ich nun ein wenig Ordnung und Struktur in mein Gedankenchaos zu bringen und euch daran teilhaben zu lassen. Dieser Artikel soll aber nur die erste Meldung werden, also erhofft euch nicht allumfassende Antworten auf die Dinge, die gerade geschehen. In allererster Linie wollte ich meine Leserschaft mit diesem Blogpost wissen lassen, dass sie auch weiterhin mit mir rechnen dürfen.

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Mehr Empathie! #NoG20


Ich wünsche mir mehr Empathie!

Für mich persönlich hat Empathie vor allem damit zu tun, dass ich nicht urteile, wenn ich wenig weiß. Auch nicht dann, wenn ich viel fühle. Ich versuche also, bei allem, was mir tagtäglich so begegnet, zu verstehen, warum etwas passiert, warum Menschen sich so oder anders verhalten. Ich versuche einen Kontext zu setzen und Dinge in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Und ich versuche, statt zu meckern, Lösungen zu finden. Dabei hilft diese Empathie. Denn es hilft bei Lösungen den Kontext zu verstehen. Dieser Text ist aus dem Blickfeld einer Linksradikalen geschrieben, die die Geschehnisse in Hamburg in den letzten Wochen, aber vor allem in den letzten Tagen, online beobachtet hat.

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Alternativen zum #Kapitalismus – #Basisdemokratie, aber wie?


Sehr häufig sehe ich mich mit der Frage „Aber wie soll es denn sonst gehen, wenn nicht so, wie es gerade läuft?“ konfrontiert. Und schon häufig habe ich versucht diese Frage zu beantworten. Unter anderem mit anarchistischen Ansätzen, wie in diesem Text vor vier Jahren. Nun habe ich mich in diesen vier Jahren natürlich weiter entwickelt und mehr Wissen angesammelt, mich ausprobiert und vor allem seit kurzem die EZLN als politisches Vorbild für mich entdeckt.

All dies hat dazu geführt, dass ich mich erneut der Frage widme: „Wenn nicht so, wie denn dann?“ In diesem Text möchte ich konkretisieren und Alltagsbeispiele für die Theorien finden, die ich bereits so lange hin und her wälze.

Aktuell haben wir in Wuppertal die Eisbrecher wieder gegründet. Anhand dieser Gruppe und an weiteren Einzelbeispielen aus dem realen Alltagsleben möchte ich ausführen, wie ich mir vorstelle, wie wir alle gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort für uns alle machen können.

Doch beleuchten wir noch kurz die Ansätze der EZLN und versuchen wir sie auf unsere Situation in Deutschland zu übertragen. Die Idee aus dem kleinsten Kreis heraus Widerstand zu organisieren, habe ich ja bereits am Ende des letzten Artikels „#NoG20 #Hamburg – Was wird passieren?“ erwähnt.

Diesen Ansatz verknüpfe ich mit der Theorie, dass wir alle selbst zu abhängig vom Kapitalismus geworden sind, um ihm effektiv etwas entgegen zu setzen. Da dies auf jeden Menschen in Deutschland zutrifft, also auch auf Menschen in linksradikalen Gruppierungen, schwächen sich diese bei einem Schlag gegen den Kapitalismus direkt selbst. Diese Abhängigkeit ist in Deutschland nahezu abgeschlossen. Es gibt kaum noch Räumlichkeiten, in denen wir uns ohne Konsumzwang treffen können. Wir haben kaum noch Freizeit, in der wir uns organisieren können, weil uns der Staat mit Studium, Schule, Jobcenter, Arbeitsdruck und Maßnahmen permanent beschäftigt hält. Wir sind auf Supermärkte angewiesen, weil es in den meisten Ballungsräumen in Deutschland schlicht nicht genug Platz für Selbstversorgung gibt und die Produkte durch Subventionen eben oft billiger sind, wenn man sie im Supermarkt kauft. In nahezu allen Lebensbereichen unseres Alltags ist der Kapitalismus tonangebend. Das schwächt uns nicht nur direkt, sondern eben auch unsere politische Arbeit, mit der wir etwas gegen die Übermacht des kapitalistischen Wirtschaftssystems tun könnten.

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#NoG20 #Hamburg – Was wird passieren?


Ich finde es mehr als bedenklich, dass aus gewissen linken Kreisen nach Hamburg mobilisiert wird, als gäbe es da am nächsten Wochenende eine Mega-Sause. Ich glaube, es wird blutig und ekelig. Und die Menschen, die dorthin fahren, sollten sich darüber genau im Klaren sein.

Doch stellen wir uns zunächst erst einmal die Frage, warum ich so sicher bin, dass es heftig eskalieren wird und wer davon profitiert.

Schon oft gab es Gipfeltreffen und fast immer gab es Gegenproteste. Doch wie diese ablaufen, hängt maßgeblich von den Gegebenheiten der Umgebung ab. Wenn wir uns den Verlauf des Gipfels in Elmau anschauen, war es für die Demonstranten schon schwer genug, um überhaupt in die Nähe des Gipfels zu kommen, schlicht und einfach, weil er mitten im Niemandsland stattfand. Wenn also in angespannten Zeiten, in denen der Bundesregierung bekannt ist, dass immer mehr Menschen die herrschende Weltpolitik in Frage stellen, selbige sich dafür entscheidet den Gipfel nicht nur mitten in einer Großstadt, sondern auch noch vor der Haustür der Roten Flora stattfinden zu lassen, muss man sich die Frage stellen, warum die Bundesregierung an einer Eskalation interessiert ist.

Denn ihr Verhalten ist nichts anderes, als würde ich mit einer Antifa-Fahne in eine Nazi-Kneipe spazieren, sie dort aufhängen und mich anschließend wundern, dass ich aufs Maul bekomme.

Wir können also davon ausgehen, dass die Bundesregierung ein Interesse an Krawallen in der Innenstadt hat. Warum hat sie das? Weiterlesen „#NoG20 #Hamburg – Was wird passieren?“

Die #Revolution braucht euch alte Hasen… 


Wir brauchen euch, Leute. Ehrlich, ich zähle mich mit meinen 33 Jahren bereits zu den alten, weil die Jungen so einen riesigen Abstand zu mir haben. Wir brauchen Menschen mit Lebenserfahrung und mit Wissen und Herz, die den jungen Hüpfern auf Augenhöhe erklären können, wie sie sich selbst emanzipieren und eigenständig arbeiten und sich organisieren können. Diese junge Generation braucht uns alle. Sie sind die letzten, die das Ruder rumreißen können. 

http://www.generation-what.de/portrait/data/occupy

Guckt euch diese Studie an, sie zeigt wie diese jungen Menschen ticken. Sie sind wirklich unglaublich… 😍

Und ich besitze die Arroganz zu behaupten, dass ich diese Gesellschaft einschätzen kann. Falls es da Fragen gibt, hier steht warum ich das glaub. 😏

https://victoryviktoria.wordpress.com/gedankenspruenge-der-revolution/

Ehrlich, wir brauchen euch. 😍
(Ursprünglich ein Facebook-Kommentar bei einem „alten“ Freund…) 

Bild ist von Cargo Collective :

https://cargocollective.com/magdalenelim/How-to-tell-your-grandma-you-riot-for-a-living

Das Milgram-Experiment


Da stöbere ich nach Feierabend ein wenig durch die sozialen Netzwerke, um zu schauen, was „meine“ Gesellschaft macht und bekomme einen schockierenden Artikel in meine Timeline gespült. 

„Forscher bringen altes Folter-Experiment nach Europa – mit erschreckendem Ergebnis“ 

https://motherboard.vice.com/de/article/forscher-bringen-altes-folter-experiment-nach-europa-mit-erschreckendem-ergebnis?utm_source=vicefbde&utm_medium=link&utm_campaign=eg
Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass die Zahl der Teilnehmer zu niedrig ist, um daraus tatsächlich Statistiken ableiten zu können. Zumindest jedoch lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen und die ist erschreckend genug. Weil es uns ganz deutlich zeigt, dass ein hoher Prozentsatz der Gesellschaft noch immer nicht in der Lage ist, selbstständig zu denken und zu handeln, entgegen einer Order von „oben“. Die Obrigkeitshörigkeit habe ich gerne den Deutschen zugeschrieben. Doch natürlich ist das kein nationales Problem, vielmehr ein kapitalistisches. Denn seit Jahrzehnten erziehen wir unsere Kinder mehr und mehr zu kleinen Robotern. 

Fehler machen, bitte nicht. 

Rumhibbeln, bitte nicht. Hier ein wenig Speed. (Ja, in Ritalin befindet sich derselbe Wirkstoff wie in Speed. –> http://drugscouts.de/de/drfruehling/wirkt-ritalin-wie-speed

Karriere machen, bitte. 

Studium zügig durchziehen, kostet ja sonst unnötig Geld. 

Im Kindergarten Förderkurse, gerne Chinesisch und Bewegungstanz. 

Im Restaurant bitte nicht mit den Erwachsenen reden, nimm dein Smartphone oder das Tablet und sei leise, bitte. 

Frag doch nicht dauernd!

Bevor ich mich reinsteigere… Es wundert nicht, dass eine hohe Zahl der Menschen  weiterhin bereit ist, Stromschläge an Unschuldige auszuteilen, denn erstens wurden sie genau dazu erzogen und zweitens tun sie doch indirekt nichts anderes seit Jahren. 

Im Kapitalismus gibt es einige wenige, die richtig absahnen, viele, die denken, sie würden profitieren und viele, viele, die den anderen beiden Gruppen dazu dienen ihren Stand halten zu können. Im Klartext, denen geht es richtig beschissen, während wir hier z.B. in Deutschland 40 – 50% aller Lebensmittel wegschmeißen, vom Produzenten bis zum Endverbraucher. 

Wir in Nordwesteuropa sitzen also jeden Tag an den Schaltern mit den Elektroschocks, nur dass diese für die sogenannte 3. Welt Hunger, Durst, Krieg, Verfolgung, Krankheit & Tod bedeuten. 

Der Clou an dieser abstrusen Story ist, dass die allermeisten derer, die täglich auf die Knöpfe drücken, sich damit selbst Stromschläge verpassen. Denn im Kapitalismus kann es immer nur wenige Gewinner und sehr viele Verlierer geben. 

Dabei wäre das alles gar nicht nötig, denn es gibt Alternativen. Ja, auch welche die wirklich funktionieren. Wer nach Rojava schaut, wird den Versuch sehen, eine Gesellschaft zu bauen, die frei von Diskriminierung und Unterdrückung ist und in der Politik von allen gemacht wird, damit auch alle vertreten sind. 

Klingt kompliziert? 

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Aber wie schwer ist es denn im Kapitalismus, wenn die Krankenkasse die Brille nicht bezahlt und Schulkinder mit Hunger neben der Cafeteria der Schule stehen, während nach der letzten Stunde die Reste in die Mülltonnen gekippt werden? 

Noch ein Beispiel? 

Wer nach Mexiko in Richtung Chiapas zur EZLN schaut, wird eine Gesellschaft sehen, die auf Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und die Entwicklung von neuen Ideen setzt. 

Preguntando caminamos – Fragend schreiten wir voran. 

Un otro mundo es posible. – Eine andere Welt ist möglich.